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Reuter, Eva

Eine Sendung von

Katholische Pastoralreferentin, Betriebsseelsorge im Bistum Mainz / Regionalstelle Rheinhessen

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Bildquelle: Misereor/Kathrin Harms

Hier fängt Zukunft an!

„Hier fängt Zukunft an“ – so lautet das Leitwort der diesjährigen Fastenaktion von Misereor, dem katholischen Hilfswerk. Am nächsten Sonntag, dem ersten Sonntag in der Fastenzeit, wird sie feierlich eröffnet – übrigens bei uns in Hessen, in Hofheim am Taunus. 

Zukunft beginnt heute

Das Motto macht darauf aufmerksam: Zukunft passiert nicht einfach irgendwann. Sie beginnt hier und heute – mit unseren Entscheidungen und unserem Handeln. Ich denke: Zukunft ist ein offener Raum voller Möglichkeiten. Aber nicht alle Menschen haben die gleichen Chancen, diesen Raum zu gestalten. 

Ich möchte das Anliegen der Aktion unterstützen und frage mich heute: Wie können wir Zukunft gemeinsam, global und solidarisch gestalten?

Bewusst im Alltag handeln 

Wir leben in einer Welt, in der eigentlich genug für alle da ist. Und doch erleben viele Menschen Mangel und Unsicherheit. Global gerecht zu handeln heißt, Verantwortung zu übernehmen – füreinander und für unseren Planeten. 

Ich sehe viele Möglichkeiten, diese Verantwortung konkret zu leben: Ich engagiere mich für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Ich handle bewusst im Alltag, zum Beispiel achte ich beim Einkaufen auf faire Siegel und Nachhaltigkeit. Solche Entscheidungen mögen klein erscheinen, doch gemeinsam haben sie große Wirkung.

Misereor unterstützt in hilfsbedürftigen Ländern

Es geht aber auch darüber hinaus: Eine gerechte Zukunft braucht auch faire Chancen für alle. In den Ländern des globalen Südens spielt die berufliche Bildung dabei eine zentrale Rolle. Sie ermöglicht jungen Menschen, ihre Talente zu entdecken, ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen und ihre Gemeinschaft mitzugestalten.  

Misereor unterstützt Ausbildungsprojekte und Bildungsprogramme in den Ländern dort, zum Beispiel in Kamerun. Beim Gottesdienst in Hofheim erzählt z.B. Pauline davon, wie sie mit Misereor-Unterstützung ihre eigene kleine Firma aufgebaut hat.

Zukunft wächst aus der Vergangenheit

Die Kampagne „Hier fängt Zukunft an“ von Misereor will auch auf Zusammenhänge aufmerksam machen: Zukunft wächst aus der Vergangenheit. Viele heutige Ungleichheiten haben historische Ursachen, etwa in kolonialer Ausbeutung, von der der Globale Norden bis heute profitiert. Diese Verantwortung anzuerkennen, bedeutet Geschichte ernst zu nehmen und daraus gerechtere Strukturen für morgen zu entwickeln.

Ich finde, das ist ganz schön viel – und gleichzeitig denke ich: Wenn jede und jeder einen kleinen Beitrag leistet, kommt ganz schön was zusammen. Und das gilt nicht nur für die Spendenaktion des Hilfswerks Misereor.

Mehr Miteinander

Ich bin überzeugt davon: Eine lebenswerte Zukunft braucht weniger Egoismus und Konkurrenz und mehr Solidarität, Vertrauen und Miteinander. 

Mir gibt die christliche Botschaft dabei Orientierung. Sie erinnert immer wieder daran: Jeder Mensch hat Würde. Und Hoffnung, Gerechtigkeit und Frieden sind möglich. 

Die christliche Fastenzeit, die heute beginnt, ist eine gute Zeit, um sich Dinge wieder bewusst zu machen. In dieser Zeit möchte ich Gewohnheiten unterbrechen, innehalten und mich neu ausrichten auf das, was zählt. 

Ich möchte Strukturen hinterfragen, neu denken und andere Wege gehen, damit es eine gute Zukunft für alle gibt. Die Zukunft entsteht jetzt. In mir. In uns. „Hier fängt Zukunft an.“