ARD-Fernsehgottesdienst zur Misereor Fastenaktion 2026
Katholischer Fernsehgottesdienst zur Eröffnung der Misereor Fastenaktion am 22. Februar 2026 aus Hofheim am Taunus ab 10 Uhr live im Ersten
Aus der Kirche Sankt Peter und Paul in Hofheim am Taunus überträgt der Hessische Rundfunk für die ARD am 1. Fastensonntag den Eröffnungsgottesdienst der Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor. Von 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr ist der festliche Gottesdienst live im Ersten zu sehen. Aktion und Gottesdienst stehen unter dem Leitwort "Hier fängt Zukunft an".
Unter www.ardmediathek.de können Sie den Gottesdienst im Livestream mitfeiern und im Anschluss ansehen.
Kirchliche Redaktion:
Beate Hirt, Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim hr
Hauptzelebrant:
Bischof Dr. Georg Bätzing, Bischof von Limburg
Konzelebranten:
Erzbischof Samuel Kleda, Erzbischof von Douala, Kamerun
Erzbischof Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg
Dr. Andreas Frick, Hauptgeschäftsführer von Misereor, Aachen
Pfr. Helmut Gros, Pfarrer der Pfarrei St. Elisabeth Hofheim am Taunus
Father Reuben Mbunwe, Bistum Kumbo
Mit-Predigerin:
Prof. Dr. Hildegard Wustmans, Bischöfliche Bevollmächtigte, Bistum Limburg
Misereor-Gäste (Mitwirkende bei Eröffnung und Fürbitten):
Pauline Maïday, junge Unternehmerin aus Douala, Kamerun
Léon Yanda, Direktor von CODAS Caritas Douala, Kamerun
Lektorin Lesung und Fürbitten:
Doris Trimborn, Pfarrei St. Elisabeth Hofheim am Taunus
Weitere Lektorinnen Fürbitten:
Annette Zwaack, Mitglied im Ausschuss Mission - Entwicklung - Frieden, Hochheim
Barbara Lecht, Leiterin der katholischen Region Taunus
Chor: „Elongui – Die Stimme Afrikas“ (12 Personen) mit E-Piano / Leitung: Nathalie Fokoua
Band: „Zukunftsstart“
Uli Heuser, Sax
Oliver Loos, Drums
Nathan Monsorate, Gitarre
Steffen Schinz, Bass
Sabina Vogel, Vocals
Manuel Bleuel, Leitung, Piano und Vocals
St. Justinuschor / Leitung: Renata Roth
Orgel:
Henrik Schuld
Musikalische Gesamtleitung:
Manuel Bleuel, Regionalkantor für die kath. Stadtkirche Frankfurt
Hinweis: Die Lieder zum Mitsingen finden Sie im Liedheft zum Herunterladen.
Musik:
Musik zum Einzug / Eingangslied: GL 082, Str. 1-3 „Behutsam leise nimmst du fort“
Mottolied: „Hier fängt Zukunft an“
Evangelienprozession mit Gesang/Musik und Tanz: Ma ve wo ngan a nti bise
Credo: GL 354
Musik zur Gabenbereitung: GL 474, Str. 1-5 „Wenn wir das Leben teilen“
Sanctus: GL 194
Agnus Dei / Gesang zum Brotbrechen: GL 207 „Lamm Gottes“
Musik zur Kommunion:
Ñoal dzam i ne mbindzi (Afrikanisches Kirchenlied)
Cyepu ka ku nye (Abbé Jean Baptiste Pouokam)
Schlusslied: GL 468 „Gott gab uns Atem“
Musik zum Auszug:
Shagle Tsiepüe Yeso (P. Tejeutsang)
Mayebe nzamba (Afrikanisches Kirchenlied)
Ya é a Mudi ma lokomea (Afrikanisches Kirchenlied)
Predigt im Dialog: 1. Dr. Wustmans / 2. Bischof Bätzing:
1. Hier fängt die Zukunft an.
Ein starkes Wort. Ein hoffnungsvolles Wort.
Aber auch eines, das Fragen aufwirft.
In welche Zukunft gehen wir angesichts einer geopolitischen Lage, die verunsichert und viele Menschen weltweit ängstigt?! Wir haben es zunehmend mit demütigenden Politikstilen zu tun, mit denen die eigenen Interessen schamlos verfolgt werden.
2. In welche Zukunft gehen wir, in der die Erde ausgebeutet wird, Ressourcen geraubt werden, der Klimawandel voranschreitet?!
1. In welche Zukunft gehen wir als Kirche, angesichts der Verlockungen eines einfachen Glaubens, der alles in eine Entweder-oder-Relation setzt und damit für gefährliche Eindeutigkeiten sorgt?!
2. Und wo stehen wir dann? Auf welcher Seite? Bei denen, die abgehängt sind, nicht wahrgenommen werden und bestenfalls auf Wohltaten warten?
1. Genau hier setzt die diesjährige Fastenaktion an. Sie schaut in die Lebenswirklichkeiten junger Menschen. Sie lenkt unseren Blick nach Kamerun zu jungen Menschen, denen aus gesellschaftlichen Gründen Chancen und Rechte verwehrt sind. Auf junge Frauen und Männer, die aufsteigen und vorankommen wollen, aber es nicht können, weil es ihnen nicht möglich ist, z.B. ihre Ausbildung selbst zu finanzieren.
2. Hier fängt die Zukunft an. Wie klingt das wohl in ihren Ohren? Ist das die gleiche Zukunft, um die wir hier bei uns bangen, weil sie so unsicher geworden ist? Wie ist das mit der Zukunft, die wie ein utopisches und unerreichbares Projekt aufscheint, wenn Präsidenten und Systeme Menschen ihrer Rechte und Chancen berauben? Ihnen ihren Platz in der Welt wegnehmen?
1. In solchen Zusammenhängen kann es für Christ:innen hilfreich sein, sich an Jesus zu orientieren. In der Wüste wurde Jesus mit teuflischen Versuchungen konfrontiert – wie wir es gerade gehört haben. Auch der Teufel kommt mit Entweder-oder-Konfrontationen daher: entweder Steine oder Brot, entweder sich vor Angst nicht hinabstürzen oder Gottes Sohn sein, entweder du gehst bei der Macht leer aus oder du unterwirfst dich teuflischer Allmacht!
2. Der versuchte Jesus lässt sich nicht auf dieses Spiel ein und kontert mit Größen, die darüber hinaus gehen: Kein Mensch lebt vom Brot allein, Gott – Jahwe – ist nicht zu versuchen, Gott allein – elohim – soll man dienen.
So widersteht Jesus den Versuchungen und verbindet sich mit Gott und der Welt. Das schenkt Perspektive. Das ermöglicht Neuanfang. Das öffnet den Raum für eine andere Zukunft. Es ist die Zukunft des Reich Gottes, in dem die Entweder-oder-Dynamiken überwunden werden.
1. Das heißt: es ist noch nicht alles festgelegt. Wir können neu anfangen.
Weil wir Menschen sind, können wir immer wieder anfangen. So hat es einmal die Philosophin Hannah Arendt formuliert. Wo diese Fähigkeit unterdrückt wird, Menschen nicht die Möglichkeit haben, dies auszuleben, werden Zukunft und Möglichkeitssinn genommen.
2. Es bleibt dabei: Wir Menschen können immer wieder Anfänger:innen werden. Und wir können das mit der diesjährigen Fastenaktion einüben, gemeinsam und im Kontakt mit den jungen Menschen in Kamerun und andernorts. Mit ihnen und in Vorfreude darauf, was wir daraus machen.
1. Wir haben jetzt 40 Tage, uns jenseits von Entweder-oder-Logiken zu platzieren, die andere nachrangig macht und uns selbst die Zukunft verbauen, die wir alle gemeinsam brauchen.
2. Wir sollten damit beginnen.
1. Neu hinschauen.
2. Neu fragen.
1. Neu glauben.
2. Neu handeln.
1. Dann fängt Zukunft an.
2. Hier. Heute. Jetzt.