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Mit dem richtigen Fuß aufstehen
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Mit dem richtigen Fuß aufstehen

Alexandra Becker
Ein Beitrag von

Alexandra Becker,

Katholische Pastoralreferentin, Pfarrei St. Franziskus, Frankfurt

Es gibt diese Tage, da stehe ich mit dem falschen Fuß auf. Ich hab dann das Gefühl, nichts will mir gelingen. Ich laufe dann meist schon in der dunklen Wohnung irgendwo dagegen oder verschütte beim Frühstück meinen Kaffee. Abergläubisch bin ich nicht. Wahrscheinlich würde es aber schon helfen, wenn ich mich mal kurz wirklich auf meine Füße konzentriere, damit ich eben nicht gegen die Wand laufe. Jede Form von Konzentration wäre wahrscheinlich hilfreich, aber direkt nach dem Aufstehen fällt mir das eben manchmal schwer.


Neulich nach dem Gottesdienst habe ich eine Frau beobachtet, die zu einer Statue des Heiligen Petrus gegangen ist und ihn am Fuß berührt hat. Aus Rom kenne ich das. Der Fuß der Petrusstatue im Petersdom ist kaum noch zu erkennen. Unzählige Pilger aus aller Welt berühren den rechten Fuß dieser Bronzestatue, weil es angeblich Glück bringen soll. Hier in Deutschland hatte ich das noch nicht erlebt, aber bestimmt ging es dieser Frau genau darum: Ein bisschen Glück kann nicht schaden.


Ich weiß nicht, woher diese Tradition kommt. In Rom dachte ich da ganz praktisch: es kommt auf die Berührung an, und an den Fuß kommt man eben gut dran.
Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass es bewusst der Fuß geworden ist. Es geht vielleicht um den Wunsch nach Glück auf Schritt und Tritt, oder um die Hoffnung auf einen guten Stand. Oder dass ich eben mit dem richtigen Fuß aufstehe und mir mein Alltag gelingt. „Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte“, so lautet ein Vers aus den Psalmen. Welches Wort genau gemeint ist, das steht da nicht. Liebe vielleicht, oder Frieden oder ewiges Leben. Vielleicht auch das fleischgewordene Wort: Jesus Christus, der durch sein Leben Vorbild sein kann. Ich glaube, viele Menschen haben so ein Wort, das ihnen gut tut, das ihnen Halt gibt. Vielleicht sogar so etwas wie eine Lebensweisheit, die keine Floskel ist, sondern wirklich tragen kann, wenn es darauf ankommt.

„Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte“ – ich glaube, dass Gottes Wort wie eine Leuchte sein kann, wenn ich nicht weiß, wie mein Weg weitergehen kann. Oder wenn es mir schwer fällt, mich zu entscheiden, wie ich weitermachen soll.
Und ich habe erlebt, dass Gottes Wort dunkle, traurige Momente hell machen kann. Vor allem das Wort von der Auferstehung. Meinem Fuß ist dieses Wort schon Leuchte geworden, und es gibt mir einen guten Stand und eine Haltung im Leben.

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