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Wer die Wahl hat...
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Wer die Wahl hat...

Clemens Weißenberger
Ein Beitrag von

Clemens Weißenberger,

Katholischer Pastoralreferent, Frankfurt
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Eines ist für mich klar: Wenn Sonntag Wahl ist, dann gebe auch ich meine Stimme ab. Ich bin nämlich froh, in einem grundsoliden demokratischen Land zu leben. Und da bedeutet Wahlfreiheit für mich Wahlpflicht.

Verantwortung der Wähler und der Gewählten

Ich bin gespannt, wie unsere Politiker mit der Macht und der Verantwortung umgehen werden, die wir ihnen als Wähler anvertraut haben. Ich hoffe: Die Verantwortlichen vergessen nicht, dass sie ihre Macht von uns haben, und ich hoffe, dass sie immer im Blick behalten, wozu wir sie ihnen gegeben haben.

Sucht das Beste für alle

In der Bibel wird das einmal richtig treffend auf den Punkt gebracht: „Suchet das Wohl der Stadt!" (Jeremia 29,7) heißt es da, und das soll wohl heißen: Sucht das Beste für das Land und für alle Menschen, die hier leben. Damit sie gut leben können, in Frieden und Gerechtigkeit: Rentner und Kinder, Einheimische und Migranten, Banker und Obdachlose, Frauen und Männer. Sucht das Beste für alle. Sucht das Beste des Landes. Das endet aber nicht mit der Wahl, sondern Wähler und Gewählte bleiben in der Verantwortung. Wähler können überlegen, ob ihre Stimme klug abgegeben wurde, und Gewählte, ob sie sie zurecht bekommen haben.

Beten um Gottes Segen für Politikerinnen und Politiker

Für Christenmenschen war immer schon klar: Unsere Stimme für das Beste des Landes einbringen, das können wir auch, wenn wir für Politikerinnen und Politiker beten. Was das Beste ist, das ist gerade in unseren Tagen schwer zu entscheiden. Ich glaube, es tut Politikern gut, wenn sie wissen, da sind Menschen, die für sie beten. Weil sie wissen, vieles wird mit menschlicher Kraft allein nicht gut. Es braucht Gottes Segen. Ich denke, es tut Politikern gut, wenn Menschen an sie denken und für sie beten, um Weitblick, um Durchhaltevermögen, um innere Unabhängigkeit auch gegen starke Interessengruppen. Um Kampfgeist für Ziele, die wichtig sind, auch wenn sie nicht morgen oder übermorgen erreicht werden. Ich finde wichtig, dafür zu beten, dass die neu gewählten Politikerinnen und Politiker ihre Macht gut gebrauchen. Und nicht zuletzt dafür, dass sie sich selbst, ihre Gesundheit, ihre Partner oder Kinder nicht erschöpfen durch ihr Amt.

Die Stimme abgeben und erheben, wo es wichtig ist

Ich bete dafür, dass die Welt besser wird nach diesem Wahltag. Aber ich will auch dafür handeln, will mich immer wieder selbst engagieren, meine Stimme erheben und demonstrieren, wenn es nötig ist. Ich hoffe, dass viele Menschen am Sonntag wählen gehen. Ihre Stimme abgeben und ihre Stimme erheben, wo es wichtig ist.

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