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Zwischen den Jahren
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Zwischen den Jahren

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Frankfurt
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Moderator/in:  Heute beginnt die Zeit, die so schön „Zwischen den Jahren“ heißt. Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Da stecken doch vermutlich auch die Christinnen und Christen dahinter, oder?

Dazu muss man wissen: Verbindlich wurde in Europa der Jahresanfang überhaupt erst 1691 auf den 1. Januar gelegt.

Vorher gab es in der Kirche tatsächlich mehrere Termine für den Jahresanfang: den 6. Januar mit dem Dreikönigstag. Und den 25. Dezember, den ersten Weihnachtstag. Gleichzeitig gab es den römischen Kalender: Da fängt das Jahr am 1. Januar an.

Und in dem ganzen Kuddelmuddel gab es auch Phasen, in denen das Jahr in der einen Region am 25. Dezember und in der anderen Region am 1. Januar anfing. Daraus entstand der Ausdruck „Zwischen den Jahren“.

Also ein Begriff, der aus dem Chaos geboren wurde?

Kann man so sagen. Spannend finde ich dabei vor allem, dass daraus eine eigene Tradition wurde: „Zwischen den Jahren“ kommt man zur Ruhe, stellt sich den eigenen Ängsten und Sehnsüchten … und fühlt sich irgendwie den Urgewalten des Lebens näher.

Bei einigen hat das zu Ängsten vor dunklen Mächten geführt, die sie mit Feuerwerk vertreiben wollten – andere haben zu Recht gesagt: Diese besondere Zeit, die nutze ich, um mal wieder konzentriert zu beten und mit Gott in Kontakt zu kommen. Das halte ich für die stärkere Option.

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