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Erhörte Gebete

Erhörte Gebete

Gunnar Bach
Ein Beitrag von

Gunnar Bach,

Katholischer Pastoralreferent, Pfarrei Liebfrauen, Westerburg
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Manche gehen gerne mal in eine Kirche. Aber eher allein, nicht wenn Gottesdienst ist. Da zünden sie schnell zwischendurch, oft in der Mittagspause, eine Kerze für jemanden an. Sie schicken damit ein Stoßgebet zum Himmel. „Lieber Gott, hilft dem und dem, oder mach, dass das und das passiert.“ Auch manche Schüler beten zuhause, zum Beispiel vor einer Mathearbeit. Und sie bekommen dann vielleicht doch eine schlechte Note, wenn sie nicht genug gelernt haben. Dann sind sie enttäuscht. Aber ist Gott dafür verantwortlich? Beten scheint oft nicht so zu funktionieren, wie ich mir das vorstelle. In der Kirche eine Kerze anzünden. Oder ein Stoßgebet zum Himmel schicken. Das machen auch Menschen, die sonst mit dem Glauben an Gott gar nicht so viel anfangen können. Irgendwie glauben offenbar viele Menschen daran, dass Beten etwas nützt. Oder zumindest nicht schaden kann.

Gebet kommt an, immer! Daran glaube ich fest. Wie meine Gebete erhört werden und was daraus schließlich wird, das habe nicht ich allein in der Hand, sondern Gott. Und es hat auch damit zu tun, wie wir Menschen uns untereinander verständigen, und worauf ich ganz fest hoffe. Dazu fällt mir eine Geschichte ein, die ich als Kind erlebt habe:

Als ich 11 Jahre alt war, wollte ich schon immer mal eine Flaschenpost abschicken. Also hab ich mir eine leere Weinflasche aus dem Keller meiner Eltern geholt. Was könnte ich schreiben und mir wünschen? "Lieber Finder", schrieb ich, "wenn du diese Flasche gefunden hast, schreib doch an mich zurück, wer du bist. Ich möchte gerne einen Brieffreund haben." Meine Eltern fanden meine Flaschenpost-Idee gut. Wir sind an den Rhein gefahren und hatten einen riesigen Spaß, schon beim Hineinwerfen.

Drei Wochen später lag tatsächlich ein Brief in unserem Briefkasten von einem Mädchen. Es war damals neun Jahre alt war. Sie war in einem Ruderclub und  hatte die Flaschenpost  20 Kilometer rheinabwärts am Ufer herausgefischt. Und wir haben uns wirklich zwei Jahre lang regelmäßig Briefe geschrieben, bis sie mich sogar mal zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen hat.

Ich weiß nicht mehr, ob ich damals auch ein Stoßgebet zum Himmel geschickt habe, dass meine Flaschenpost wirklich gefunden wird. Aber den Wunsch nach einem Brieffreund hatte ich im Herzen, und ich bin einen Schritt dafür gegangen, habe Ideen und Überredungskunst entwickelt. Meine Eltern waren ganz schön verrückt, mit mir zum Rhein zum Rhein zu fahren. Nur, damit ich da eine alte Flasche mit einem Zettel ins Wasser werfen konnte. Ich glaube, sie haben gesehen, wie wichtig mir der Wunsch war. Und Gott hat mit dafür gesorgt, dass mein Wunsch erfüllt wird. Für mich war das was ganz Großes, was mit der Flasche und mit meinem Gebet passiert ist.  Und ich glaube: es hatte was von einem Wunder!

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