Ihr Suchbegriff
Beitrag anhören:
Kolumbustag
Bild: M W/Pixabay

Kolumbustag

Tanja Griesel
Ein Beitrag von

Tanja Griesel,

Evangelische Pfarrerin, Kassel
Beitrag anhören:

Menschen forschen gern und haben Freude daran, Neues zu entdecken. Das ist schon seit Urzeiten so: Heute z. B. erinnert man sich in vielen Ländern an Christoph Kolumbus. Am 12. Oktober 1492 erreichten seine Schiffe die Neue Welt. Kolumbus wird als Entdecker Amerikas verehrt, auch wenn damit für die Ureinwohner in der weiteren Geschichte viel Leid verbunden war.
Unser Drang zu forschen und zu entdecken, steckt in uns: Wir möchten wissen, wie die Welt beschaffen ist und was sie zusammenhält. Wir möchten die höchsten Berge besteigen, in Meerestiefen tauchen und durchs ewige Eis wandern. Mittlerweile sind Menschen in die hintersten Winkel dieser Erde vorgedrungen. Kaum mehr ein Fleckchen, das unerforscht geblieben ist. Der Tourismus macht es möglich, dass wir alle zu kleinen Entdeckern werden, wenn wir auf Reisen gehen. Die Corona-Pandemie hat uns darin ausgebremst. In der Krise stellt sich heraus: Unsere Räume sind enger geworden. Wir sind auf uns zurückgeworfen. Wir können nicht mehr so einfach von einem weiten Raum zum nächsten reisen.

Gott, du stellst meine Füße auf weiten Raum, so heißt es in einem Psalmgebet. Der diese Worte spricht, betet zu Gott in der Krise. Er bittet um Hilfe. Es wird eng, wenn man selbst keinen Ausweg mehr weiß. Wenn man verzweifelt ist. Keine Möglichkeiten mehr sieht. Nur Grenzen. Im Gebet spricht er seine Not aus. Bringt sie vor Gott. Er redet sich alles vom Herzen. Das verändert seine Perspektive. In ihm wächst Vertrauen. Er vertraut darauf, die Krise zu bewältigen. Nicht nur aus eigener Kraft, sondern durch Gottes Kraft.

Das Leben gleicht einer Reise. Und wir sind die Entdecker. Auf meinem Weg lege ich manchmal große Entfernungen zurück, und manchmal trete ich auf der Stelle. Nicht immer erreiche ich mein Ziel. Manchmal muss ich auch umkehren oder umdenken. Gut zu wissen, dass ich in den Abenteuern, die ich zu bestehen habe, nicht allein bin. Wie der Psalmbeter kann ich mich Gott anvertrauen, wenn ich nicht mehr weiter weiß. Ich kann mich an ihn wenden. Jederzeit. Denn Gott stellt meine Füße auf weiten Raum.

Weitere Themen

Das könnte Sie auch interessieren