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Der kleine Schubs
Bild: pixabay

Der kleine Schubs

Christoph Hartmann
Ein Beitrag von Christoph Hartmann, Lehrer und Referent für Schulpastoral
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Vor einigen Tagen ging ich auf die Terrasse und entdeckte dort einen Käfer! Er lag auf dem Rücken und strampelte wie verrückt. Ganz instinktiv nahm ich ein Blatt Papier und gab ihm damit einen Schubs, um wieder auf die Beine zu kommen. Ob er dann seines Weges ging oder einfach davonflog – daran erinnere ich mich nicht mehr. Denn mir geht es heute nicht um den Käfer, sondern um den Schubs. Ganz klar: Menschen, die schubsen und rempeln, sind für mich Flegel. Um die geht es auch nicht. Bleibt also der Schubs im übertragenen Sinn!Aber, was könnte das sein? Manchmal sind es tatsächlich Menschen, die mich schubsen. Durch ein Wort, einen Gedanken oder auch eine Begegnung werde ich in meinem Tun angefragt. Oder auf Neues, auf neue Möglichkeiten aufmerksam gemacht. So erweitert sich automatisch mein eigener Horizont.
Menschen, die mich in meinem bisherigen Leben geschubst haben, sind zuerst einmal meine Eltern. Sie haben mich mit ihrer Erziehung immer wieder in die richtige Spur geschubst. Auch meine Lehrer und Ausbilder zähle ich dazu. Sie haben mich durch ihre Schubse gefordert, gefördert und vorangebracht.
Doch es gibt noch mehr, die mich immer wieder mal geschubst haben. Zum Beispiel meine Geschwister, Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen. All ihre Schubse helfen mir, Neuland zu betreten. Sie fordern mich immer wieder heraus, meine Meinung über bestimmte Dinge zu überdenken. Bin ich mit meiner Annahme im Recht? Gibt es möglicherweise Aspekte, die ich übersehe?
Manchmal brauche ich auch mal einen praktischen Schubs, um beispielsweise meinen Schreibtisch wieder aufzuräumen. Das ist dann nicht ganz so schön, aber notwendig. Und von daher wieder gut! Ich bin davon überzeugt, dass all diese Schubse zu meinem persönlichen Wachstum und zu meiner inneren Reife beitragen. In diesem Sinne ist der Schubs für mich im Kern etwas Liebevolles. Menschen meinen es gut mit mir. Sie trauen mir etwas zu. Sie bringen mein Leben in Bewegung und halten es lebendig. Für solch menschliche Schubse bin ich dankbar. Den Menschen und auch Gott. Denn ER ist es, so bin ich überzeugt, der mir mit Hilfe vieler Menschen immer wieder einen himmlischen Schubs schenkt, damit mein Leben gelingen kann.
Denken Sie mal nach: Für welchen Schubser können Sie anderen Menschen und auch Gott dankbar sein?

 

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