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Hochwasser

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt
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Moderation: Es herrscht immer noch und wieder Hochwasser-Warnung an vielen Orten in Hessen. Es hat kräftig geregnet. Zusätzlich gibt es durch die milden Temperaturen viel Schmelzwasser. Die Fulda, Kinzig, Lahn, Nidda und Nidder, aber auch der Main und Rhein drohen über die Ufer zu treten. Und gleichzeitig sagen die Experten vom Deutschen Wetterdienst: Der viele Regen gleicht die Dürre der heißen Sommer wohl noch nicht aus. Die Kraft und die Urgewalt des Wassers – darum geht es im hr1 Zuspruch von Pfarrer Martin Vorländer von der evangelischen Kirche.

Störe ich gerade?, frage ich die Kollegin, die ich auf dem Handy anrufe. Ich kann nur kurz, sagt sie. Ich bin gerade mit meinem Sohn am Main, das Hochwasser anschauen.

Faszination Wasser

Für den Sechsjährigen ist es faszinierend, wie der Fluss, der sonst so friedlich durch Frankfurt fließt, jetzt bis zur Kante der Kaimauer reicht und an einigen Stellen sogar über die Ufer tritt.

Schrecken Hochwasser

In anderen Städten Hessens hat das Hochwasser mit Faszination nichts mehr zu tun. In Büdingen hat das viele Wasser eine Mauer durchbrochen. Innerhalb von wenigen Stunden war die Altstadt überflutet. Menschen stehen verzweifelt vor der Zerstörung, die das Wasser in ihren ebenerdigen Zimmern und Kellern angerichtet hat. 

Der Boden ist immer noch zu trocken

Es klingt verrückt, aber gleichzeitig hat es in vielen Regionen noch nicht genug geregnet. Die Wasserspeicher in den tieferen Bodenschichten sind nach den vielen heißen Sommern leer. Es braucht mehr ruhigen, gleichmäßigen Regen, damit er richtig tief in die Erde sickert.

Wasser ist Fluch und Segen

Regen. Gibt es zu viel auf einmal, entsteht Flut. Gibt es zu wenig, droht Dürre. Mir zeigt das mal wieder drastisch: Nichts auf der Welt ist nur Segen oder nur Fluch. In der Bibel steht ganz am Anfang: Die Schöpfung war sehr gut. Und ohne Wasser kein Leben.

Sintflut

Aber nur ein paar Kapitel weiter machen die Menschen die Erfahrung: Wasser ist eine Urgewalt, die zerstören und vernichten kann. Die berühmte Geschichte von der Sintflut. Von einer Sintflut sind wir Gott sei Dank weit entfernt. Mir flößt schon dieses Hochwasser Respekt ein.

Beten, bitten und danken

Wir Menschen sind eben nicht die Herrn und Krone der Schöpfung. Sondern ein Teil des Ganzen. Ich bete für die, die das Hochwasser schlimm getroffen hat. Und ich bin dankbar für den Regen da, wo er ein Segen ist.

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