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Jesus Car Wash
Bernd Schray/Pixabay

Jesus Car Wash

Dr. Elisabeth Krause-Vilmar
Ein Beitrag von

Dr. Elisabeth Krause-Vilmar,

Evangelische Pfarrerin, Bad Vilbel
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Ich bin vor kurzem nach Indien gereist und war von der allgegenwärtigen Spiritualität beeindruckt.
Überall waren Tempel zu entdecken, aber auch Kirchen oder Moscheen.
In Häusern waren neben indischen Gottheiten auch Bilder von Jesus zu sehen.
Auf den Märkten wurden Räucherstäbchen verkauft.
Viele Menschen kommen inzwischen nach Indien, um einen Ashram zu besuchen oder einen Yoga Kurs zu machen.

In Indien ist Spiritualität keine Privatsache. Überall ist sie sichtbar und erfahrbar.
Schmunzeln musste ich, als ich entdeckt habe, dass auch mehrere Geschäfte christliche Namen haben.
Zum Beispiel gibt es eine Waschstraße, die „Jesus Car Wash“ heißt.
Jesus Car Wash – auf den ersten Blick ist das für mich ungewohnt.
Eine Waschstraße hat doch eigentlich mit Religion ziemlich wenig zu tun, oder?
Mich hat der Gedanke aber nicht losgelassen und irgendwie stimmt es ja:
In der Waschstraße wird zwar nur unser Auto gereinigt, aber trotzdem sind Waschstraßen Orte der Entschleunigung, des Pausemachens und der Erneuerung.
Und vielleicht geht es manchen ja wirklich so, dass sie bei der Fahrt durch die Waschstraße die Ruhe genießen und dadurch erneuert werden.

Das ist dann ein bisschen so wie der Kirchgang:
Ich gehe in die Kirche mit allem, was mich belastet – sozusagen mit dem ganzen Alltagsschmutz. Ich finde Ruhe und höre von Gottes Liebe. Oft gehe ich nach dem Gottesdienst neu und gestärkt in meinen Alltag.
Die Kirchen sind also so etwas wie Waschstraßen für unsere Seele und in diesem Sinne gefällt mir der Name der Waschstraße in Indien gut.
Jesus Car Wash erinnert mich daran, dass der Glaube an Jesus mich erneuert und stärkt.

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