hr4 ÜBRIGENS
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Stehling, Daniel

Eine Sendung von

Katholischer Pastoralreferent und Religionslehrer, Fulda

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Petrus und Paulus

Vom Saulus zum Paulus

Vielleicht kennen Sie ja auch den Spruch: „Da hat sich einer vom Saulus zum Paulus gewandelt!“ Heute, am 25. Januar, gibt es dazu die passende Geschichte. Denn Christen erinnern heute an die Bekehrung des Apostels Paulus. So ist in der Bibel zu lesen: Am Anfang heißt der Mann Saulus. Er ist überzeugt von dem, was er tut. Er glaubt, im Namen Gottes zu handeln, wenn er die junge christliche Gemeinde verfolgt. Dabei ist er konsequent, leidenschaftlich, entschlossen - und irrt sich dabei, ohne es zu wissen. 

Bekehrung

Auf seinem Weg nach Damaskus geschieht dann das Unerwartete. Saulus wird aufgehalten. Geblendet von einem hellen Licht, erblindet er und hört Gottes Stimme. Seine Sicherheiten brechen zusammen. Er erkennt: Gott ist anders, als er dachte. Gott ist nicht auf seiner Seite und arbeitet gegen andere, sondern Gott ist auf der Seite des Lebens, der Liebe, der Versöhnung. Diese Begegnung verändert alles. Aus dem Verfolger wird ein Verkünder. Aus Saulus wird Paulus. Nicht, weil er plötzlich perfekt wäre, sondern weil er sich treffen lässt von einer Wahrheit, die größer ist als er selbst. Vielleicht liegt gerade darin die Kraft dieser Geschichte: Kein Weg ist so festgelegt, dass Gott ihn nicht verändern könnte.

Bekehrung heute

Auch wir kennen solche Momente, in denen etwas ins Wanken gerät. Wenn wir merken: So, wie ich bisher gedacht habe, geht es nicht weiter. Beispielsweise in einem Gespräch oder in einer Erfahrung des Scheiterns oder in der Erkenntnis, dass wir jemanden falsch gesehen haben. Die Bekehrung des Paulus lädt uns ein, offen zu bleiben - offen für Gottes überraschende Wege. Für die Möglichkeit, dazuzulernen, umzukehren und neu anzufangen. Eben selbst vom Saulus zum Paulus zu werden.