hr4 ÜBRIGENS
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Stehling, Daniel

Eine Sendung von

Katholischer Pastoralreferent und Religionslehrer, Fulda

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Eine Statue von Jesus, der am Kreuz hängt, mit ausgebreiteten Armen. Er trägt nur ein Lendentuch und hat mehrere Pfeile im Körper. Die Figur ist kunstvoll in gold und braun gestaltet und befindet sich an einer Säule in einer Kirche.

Der Heilige mit den Pfeilen

Ich bin mit Kindern in der Fuldaer Michaelskirche zu einer Führung unterwegs. Als wir in einer Seitenkapelle einen Altar betrachten, zeigt ein Mädchen auf eine Heiligenfigur und ruft voll Entsetzen: „Was ist denn mit dem da los?“ Noch ehe ich etwas sagen kann, erwidert ihr ein Junge aus der Gruppe:“ Hey, der ist voll stark. Der hat so viele Pfeile abbekommen und lebt immer noch!“ Die beiden stehen vor der Figur des Hl. Sebastian. Dieser ist in der Darstellung an einen Baum gebunden und sein Körper ist von vielen Pfeilen durchbohrt. Die zwei Kinder haben mich ganz schön aus dem Konzept gebracht. Doch hinter diesem Bild steht eine Geschichte von großem Mut und Glauben

Der Hl. Sebastian und sein Leben

Sebastian lebte im 3. Jahrhundert und war Offizier in der römischen Armee. Nach außen ein loyaler Soldat, im Inneren jedoch ein überzeugter Christ. In einer Zeit, in der Christsein lebensgefährlich war, besuchte er heimlich verfolgte Christinnen und Christen, stärkte sie im Glauben und machte ihnen Mut, nicht aufzugeben. Sebastian war überzeugt: Gott ist auch dann nahe, wenn alles dagegenzusprechen scheint. Für diesen seinen Glauben sollte er sterben. 

Der Hl. Sebastian heute

Ich finde das Vorbild des Hl. Sebastian hat uns heute noch viel zu sagen. Auch wir kennen Situationen, in denen wir „getroffen“ werden - durch harte Worte, Ausgrenzung, Leistungsdruck, Angst vor der Zukunft oder durch Krankheit. Sie sind wie Pfeile, die uns nicht nur körperlich, sondern auch seelisch verletzen. Der Gedenktag des Hl. Sebastian sagt mir heute, dass der Glaube an Christus auch mich stärken kann, die „Pfeile“ des täglichen Lebens auszuhalten - so wie einst Sebastian. Dann kann man wie der Junge sagen: „Hey, der ist voll stark. Der hat so viele Pfeile abbekommen und lebt immer noch!“