22. Januar – Hl. Vinzenz Palotti
Heute ist der 22. Januar, der Gedenktag des Hl. Vinzenz Pallotti. So steht es heute Morgen auf meinem Kalenderblatt. Vinzenz Pallotti ein Heiliger, von dem ich als Theologe gerade mal den Namen kenne, aber so gut wie nichts über sein Leben weiß. Damit das nicht so bleibt, habe ich mich schlau gemacht. Vinzenz Pallotti war ein Mann, der seiner Zeit weit voraus war. Geboren 1795 in Rom, lebte er in einer Epoche großer sozialer Gegensätze. Armut, Krankheit und Bildungsnot prägten das Leben vieler Menschen. Es gab aber auch viele reiche, gut gebildete und ausgebildete Menschen. Vinzenz Pallotti sah in diesen großen Gegensätzen seine Berufung. Er gründete die Gemeinschaft der Pallottinerinnen und der Pallottiner, die bis heute seinen Auftrag weiter lebendig halten.
Seine Überzeugung
Seine tiefe Überzeugung war einfach und zugleich revolutionär. Für ihn war klar: Jeder Mensch ist berufen, am Werk Gottes mitzuarbeiten. Nicht nur Priester oder Ordensleute, sondern alle – Frauen und Männer, Junge und Alte, Gebildete und Einfache.
Den Glauben nicht nur bewahren, sondern ihn lebendig zu machen, das war sein Ziel. Durch Nächstenliebe, Bildung, tätige Hilfe und gemeinsames Engagement aus dem christlichen Glauben heraus. So handelte er ganz nach dem Wort Jesu: „Du sollst Gott, den Herrn, lieben und deinen Nächsten, wie dich selbst“ (vgl. Mt 22, 37-39). Vinzenz Pallotti wusste: Glaube zeigt sich nicht zuerst in großen Worten, sondern in den Taten der Nächstenliebe, auch wenn sie noch so klein sind. Ein offenes Ohr, eine helfende Hand, ein hoffnungsvolles Wort. Denn: Wer Gott liebt, kann den Menschen gegenüber nicht gleichgültig bleiben.
Vorbild für uns heute
Ich finde, gerade heute ist diese Botschaft von Vinzenz Pallotti sehr aktuell. In einer Welt, die von Unsicherheiten, Einsamkeit, Armut und Spaltung in der Gesellschaft geprägt ist, erinnert mich der Hl. Vinzenz Pallotti daran, dass wir füreinander Verantwortung tragen. Ich möchte Teil dieser Verantwortung sein, aktiv mitmachen und versuchen, das Gebot Jesu zu leben: Gott, den Nächsten und mich selbst zu lieben. Der heutige Tagesheilige ist mir dafür ein Vorbild und Ansporn. Wie schön, dass ich Vinzenz Pallotti und seine Überzeugung durch mein kleines Kalenderblatt kennenlernen konnte.