hr4 ÜBRIGENS
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Zschörnig, Jan Michel

Eine Sendung von

Evangelischer Pfarrer, Kassel

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Tapas: Häppchen für die Seele

Sie sind klein und ich könnte sie fast jeden Tag essen: Tapas. In meinem Lieblingsrestaurant hier in Kassel esse ich sie am liebsten. Mit anderen.

Tapas teilen und sich Zeit nehmen

Denn das ist das Schöne an Tapas: Man teilt sie. Und wenn wir da so zusammensitzen mit Datteln im Speckmantel, kleinen Paprika und einer Käseplatte dann nehme ich mir Zeit für den Augenblick, für das Essen und mein Gegenüber. Im Alltag ist Essen für mich oft Mittel zum Zweck. Ich esse allein zwischen Terminen, beantworte nebenbei Mails auf dem Handy. Beim Tapasessen ist das anders. 

Gemeinsame Mahlzeiten haben etwas Verbindendes

Ich koste, ich teile und höre zu. Und mit jedem kleinen Bissen werden auch die Gespräche ein bisschen tiefer. Tapasessen hat mir etwas gezeigt: Gemeinsame Mahlzeiten haben etwas Verbindendes, vor allem wenn wir sie miteinander teilen. 

Die biblische Bedeutung von Essen: Jesus am Tisch bei Zachäus

Mir fällt da eine alte Geschichte ein von Jesus. Er war bekannt dafür, dass er mit anderen gegessen und gefeiert hat, gerade auch mit denen, die sonst niemand eingeladen hätte. Zum Beispiel mit Zöllnern wie Zachäus. Keiner mochte ihn. Er war reich geworden auf Kosten anderer. Und trotzdem geht Jesus zu ihm nach Hause, setzt sich an seinen Tisch. Und das verändert Zachäus: Er beginnt neu, gibt zurück, was er sich zu viel genommen hat. 

Ein Fest für Leib und Seele: Gemeinsame Mahlzeiten als Gemeinschaftserlebnis

Vielleicht wusste Jesus genau das: Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Es bringt uns miteinander ins Gespräch und verbindet uns. Und manchmal entsteht gerade dadurch neue Nähe. Wenn ich heute mit Freunden am Tisch sitze und wir unsere Tapas teilen, spüre ich davon etwas. Unsere Gemeinschaft wächst. Und unsere Mahlzeit fühlt sich mit einem Mal an wie ein kleines Fest. Ein Fest, an dem Leib und Seele satt werden.