hr4 ÜBRIGENS
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Stehling, Daniel

Eine Sendung von

Katholischer Pastoralreferent und Religionslehrer, Fulda

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Ehering liegen auf der Bibel.

Gott wirkt in uns - Mariä Vermählung

Heute richten Christen ihren Blick auf ein besonderes Ereignis im Leben Marias, der Mutter Jesu: die Vermählung der Gottesmutter Maria mit dem heiligen Josef. Die Evangelien der Bibel berichten nur wenig über diese Ehe. Und doch ist sie von entscheidender Bedeutung. In dieser Gemeinschaft aus Vertrauen, Treue und Gehorsam gegenüber Gott wächst Jesus auf. Maria und Josef sagen Ja zueinander – und damit zugleich Ja zu Gottes Plan, auch wenn sie ihn nicht vollständig verstehen. 

Entstehung des Festes

Das Fest Mariä Vermählung entwickelte sich erst im Mittelalter. Besonders im 14. und 15. Jahrhundert gewann die Verehrung der Ehe von Maria und Josef an Bedeutung, vor allem durch Ordensgemeinschaften, die das Familienleben und die christliche Ehe stärken wollten. Im Jahr 1517 wurde das Fest erstmals offiziell für einzelne Diözesen zugelassen. Papst Benedikt XIII. nahm es schließlich 1725 in den römischen Festkalender auf und legte den Termin auf den 23. Januar fest. Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde das Fest aus dem allgemeinen Kalender gestrichen, wird aber bis heute noch in einigen Regionen und Ordensgemeinschaften gefeiert.

Bedeutung des Festes

Josef tritt in den biblischen Erzählungen ganz in den Hintergrund. Von ihm ist kein einziges Wort überliefert. Josef aber handelt. Er nimmt Maria zu sich, obwohl er nicht so recht begreift, was geschieht. Er übernimmt Verantwortung, schützt Maria und das Kind. Er bleibt treu - auch in Unsicherheit und Gefahr. Die Ehe von Maria und Josef stellt keine romantische Idylle dar, sondern zeigt uns einen Weg im Glauben. Dieses Fest erinnert mich daran: Gott wirkt nicht nur im Außergewöhnlichen, sondern stets auch im Alltäglichen. In einer Ehe. In einer Familie. In Menschen, die still Ja sagen. Gott wirkt auch in dir und mir. Ganz sicher!