Mit dem Feind reden
Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden. Dieser Satz ist mir in den letzten Wochen öfter begegnet. Zuletzt, als vor einigen Wochen der deutsche Außenminister sich mit seinem russischen Amtskollegen getroffen hat - ein kurzes Gespräch, das viel Kritik auslöste. Was soll das schon bringen, hieß es. Mit dem reden, der Krieg führt?
Kritik an der Friedensbotschaft
Diese Frage hat mich nicht loslassen. Ich habe sie auch in einer Gesprächsrunde erlebt. Da sagte einer: „Diese Botschaft vom Frieden auf Erden passt ins Krippenspiel am Heiligen Abend, aber nicht in den Alltag unserer Welt. Da zählen andere Maßstäbe: Aufrüsten, Abschrecken, Gewalt androhen.“ Auch wenn das zurzeit viele so sehen, überzeugt mich das nicht. Ich glaube nicht, dass Misstrauen und Abschreckung allein uns dem Frieden näherbringen.
Lieben statt hassen
Die Friedensbotschaft der Bibel überzeugt mich mehr. In der Bergpredigt sagt Jesus: Liebt eure Feinde, statt sie zu hassen. Die Feinde zu lieben, ist vielleicht zu viel verlangt. Aber mit ihnen zu reden, müsste doch gehen.
Eine Botschaft für den Alltag
Deshalb fand ich es im Grunde richtig, dass dieses Gespräch überhaupt stattgefunden hat - auch wenn es wenig gebracht hat. Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden. Diese Botschaft gehört nicht nur ins Krippenspiel. Sie gehört in das alltägliche Leben.