Farbe bekennen
Heute vor 82 Jahren um 12:42 Uhr ist im Führerhauptquartier von Adolf Hitler eine Bombe explodiert. Sie war dazu gedacht, ihn zu töten. Aber das Attentat ist gescheitert, wie schon andere Versuche zuvor. Hitler ist nur leicht verletzt worden. Zwei andere Anwesende sind gestorben. Die Attentäter sind alle gefasst und hingerichtet worden. Ich frage mich: War es also umsonst, was sie getan haben?
Warum mutiger Widerstand bis heute wirkt
Bereits damals, kurz vor dem Attentat hat Henning von Treskow, ein Generalmajor der Wehrmacht und Mitverschwörer, geschrieben:
„… es kommt nicht mehr auf den praktischen Zweck an, sondern darauf, dass die deutsche Widerstandsbewegung vor der Welt und vor der Geschichte unter Einsatz des Lebens den entscheidenden Wurf gewagt hat. Alles andere ist daneben gleichgültig.“ (Zitat aus Fabian von Schlabrendorff, Offiziere gegen Hitler, 1951, lt. Wikipedia Eintrag, "Attentat vom 20. Juli 1944“)
Und ich denke, der Generalmajor hat Recht. Sie haben zwar ihr Ziel, Hitler auszuschalten, nicht erreicht. Aber dennoch: Wir denken auch heute noch an sie. Schon daran sehe ich: Ihr Tun war nicht wirkungslos. Ich finde: Bis heute retten sie unsere Ehre. Ich bin froh, dass sie es getan haben.
Haltung zeigen – auch in einer Demokratie
Heute habe ich das Glück, in einer Demokratie zu leben, und habe andere Möglichkeiten, meine Haltung zum Ausdruck zu bringen. Aber klar werden immer wieder Dinge quasi in meinem Namen entschieden, mit denen ich nicht einverstanden bin. Es ist mir wichtig für mich, für meine Nachkommen, aber auch für Betroffene zu zeigen: Es gibt Menschen, die das anders sehen. Nicht alle sind einverstanden. Deshalb gehe ich zu Demonstrationen. Unterschreibe Petitionen. Sage meine Meinung.
Ich will und kann Farbe bekennen
Auch wenn es nicht direkt etwas verändert. Es zeigt Wirkung. Was zählt ist: Ich habe Farbe bekannt. Ich war auf der für mich richtigen Seite. Und es ermutigt andere dazu, sich mit ihrer Meinung zu zeigen. Viele große Veränderungen haben so angefangen.
Und wie schön, dass ich dafür nicht mehr mein Leben einsetzen muss.