Das will ich mir schreiben in Herz und Sinn
In der Reha gab der Klinikseelsorger jedem Besucher des Abendgebets eine Karte mit. Mit eben diesem Spruch: „Das will ich mir schreiben in Herz und Sinn, dass ich nicht für mich nur auf Erden bin, dass ich die Liebe, von der ich lebe, liebend an andere weitergebe.“
Ein toller Spruch. Ich habe ihn gegoogelt: Ein Kanon ist es. Komponiert vom 1994 verstorbenen Herbert Beuerle. Der war Kantor. In Gelnhausen. Im Burckhardthaus.
Warum ein kleines Wort alles verändert
„Das will ich mir schreiben in Herz und Sinn, dass ich nicht für mich auf Erden bin …“ Auf meiner Karte ist der Satz erweitert um das Wörtchen ‚nur‘: „… dass ich nicht für mich nur auf Erden bin“. Damit hat jemand die Aussage zugespitzt.
Eine Lebenshaltung für unser Miteinander?
Für mich steckt in dem Spruch eine ganze Lebenshaltung. Und der Schlüssel für ein lebenswertes Miteinander. Ja für ein gelingendes Zusammenleben als Gesellschaft. Die Welt wäre eine bessere, wenn wir alle den Spruch beherzigen würden.
Was diese Haltung konkret bewirkt
„… dass ich nicht für mich nur auf Erden bin …“ – das lässt mich solidarisch werden mit dem Arbeitskollegen, der schikaniert wird. Das lässt mich für den kranken Nachbarn die Einkäufe miterledigen. Das lässt mich mit meinem Geld Not lindern, so gut ich kann.
„… dass ich nicht für mich nur auf Erden bin …“ Mit dieser Einstellung im Herzen und im Sinn wende ich mich dem Anderen zu. Dem Mitmenschen. Dem Nächsten.
Woher die Kraft zum Weitergeben kommt
Wie das geht? Die Liebe macht es möglich. Sagt der Spruch: „ dass ich die Liebe, von der ich lebe, liebend an andere weitergebe.“
Sich bewusst machen, wovon ich lebe. Dankbar sein für erfahrene Liebe. So fängt es an. Für andere da sein, das kommt dann von ganz allein.