Der D-Faktor
In der Forschung taucht seit einiger Zeit ein Begriff auf, der rätselhaft klingt: der D-Faktor? Gemeint ist nicht das bekannte Vitamin D, sondern die dunkle Seite in uns. D steht für dark wie dunkel.
Hier Egoismus, dort Gier: Wo schlummert Böses?
Hier ein bisschen Egoismus, da ein bisschen Gier, noch eine Prise Gehässigkeit und Narzissmus – in jedem Menschen schlummert auch Böses. Das wusste schon Paulus, einer der ersten christlichen Theologen. Er bekennt ohne Wenn und Aber: „Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ (Römer 7,19). Das kenne ich auch.
Wissenschaftler messen den D-Faktor
Deutsche Wissenschaftler versuchen gerade, den Faktor D messbar zu machen. Sie haben einen Katalog entwickelt, den Menschen weltweit beantworten. Ich habe den Test gemacht - aus lauter Neugier.
Leicht abzulehnen: Schadet es anderen?
Vieles war für mich leicht zu beantworten, zum Beispiel „Es ist wichtig, meine eigenen Interessen durchzusetzen, auch wenn es anderen schadet.“ Oder „Ich würde andere demütigen, wenn es mir einen Vorteil verschafft.“ Beides lehne ich rundweg ab.
Grauzone entdecken: Ein bisschen provozieren?
Bei manchem aber kam ich ins Grübeln. Dann habe ich eher so mittig, also neutral, geantwortet. Zum Beispiel bei der Aussage „Ich genieße es, andere zu provozieren.“ Oder auch „Ich mag es, wenn andere mich bewundern.“ Das stimmt schon - ein bisschen.
Die Null ist unerreichbar
Ein Wert von null ist unerreichbar – jedenfalls für diejenigen, die ehrlich antworten. Aber eine eins vor dem Komma ist machbar.
Christliche Werte gegen den D-Faktor
Mit christlichen Werten sollte das ganz gut zu schaffen sein. Paulus bringt es auf den Punkt. Das Gute wollen, und es auch tun.
Gutes tun: Wann ist die Hürde niedrig?
Es ist manchmal nicht schwer – wenn die Hürde für das Gute nicht so hoch liegt. Wenn ich meiner älteren Nachbarin die Taschen trage, den Freund zum Arzt begleite oder als Lesepatin in der Kita vorlese.
Zusammenhalt stärken, D-Faktor polieren
Das hilft nicht nur den anderen, sondern auch mir selbst. Und es dient dem Zusammenhalt. Und wie ich jetzt weiß, poliert es meinen persönlichen D-Faktor. Auch, wenn die Null unerreichbar ist – ein bisschen besser geht immer.