Unter Heiden: Kaum zu glauben!
Moderator/in: Heute Abend findet in Frankfurt im Haus am Dom eine spannende Lesung statt: Der Journalist Tobias Haberl liest aus seinem Buch „Unter Heiden“. Darin fragt er: Wie kann man im 21. Jahrhundert noch an Gott glauben? Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Wie kann man denn im 21. Jahrhundert noch an Gott glauben?
Fabian Vogt: Interessant ist: Tobias Haberl sagt in seinem Bestseller „Unter Heiden“: „Ich bin überzeugter Christ. Fühle mich aber oft wie ein Exot, weil ich als Journalist von lauter Leuten umgeben bin, die mit Glauben kaum noch was am Hut haben.“ Gleichzeitig sagt er: „Es ist schade, dass da viele keinen Bezug mehr haben.“
Er findet seinen Glauben wichtig, weil der ihm genau das gibt, wonach viele Menschen heute suchen: Halt, Vertrauen und Zuversicht. Aber auch: Ehrfurcht, Stille und Demut. Wörtlich schreibt er: „Ich glaube, dass der moderne Mensch darunter leidet, dass er seinen Glauben verloren hat, ohne dass er es merkt.“
Moderator/in: Und was meint er: Wie können Menschen die Kraft des Glaubens heute neu entdecken?
Fabian Vogt: Tobias Haberl ist gläubiger Christ – aber auch kirchenkritisch. Er sagt: „Die Botschaft der Kirche ist super, aber sie erreicht viele Menschen nicht mehr.“ Weil viele gar nicht mehr genau wissen, worum es im Christentum eigentlich geht.
Darum findet er: Die Kirche sollte ihre Schätze wieder selbstbewusster präsentieren. Für ihn ist der größte Schatz, dass er „im Chaos der Gegenwart die Vorboten eines neuen Zeitalters“ erkennt – die Möglichkeit einer ganz anderen, wundervollen Gesellschaft. Klingt hoffnungsvoll!