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Vogt, Dr. Fabian

Eine Sendung von
Dr. Fabian Vogt,
Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Frankfurt

Eine Person liegt auf einer Liege und genießt eine Massage. Eine Hand übt sanften Druck auf ihren Nacken aus, während die andere Hand entspannt an ihrer Seite liegt. Die Atmosphäre wirkt friedlich und entspannend.

„Grenzenlos“: eine alternative Gesundheitsmesse

Moderator/in: Morgen beginnt in Friedberg die Grenzenlos-Messe. Da geht es um ganzheitliche Heilungsmethoden und spirituelles Leben. Das Ganze unter dem Motto: „Gesundheit. Spirit. Heilen.“ Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Viele Menschen interessieren sich für alternative Medizin und Spiritualität. Wie siehst du das als Pfarrer?

Wir sind mehr als nur Körper oder Seele

Fabian Vogt: Die Sehnsucht danach verstehe ich total. Wir sind eben nicht nur Körper und nicht nur Seele. Stress zum Beispiel schlägt oft auf den Körper. Und umgekehrt kann eine Krankheit die Seele sehr belasten.

Im Christentum gehört beides zusammen

Im Christentum gehört das übrigens schon immer zusammen. Jesus begegnet Menschen, denen es nicht gut geht – und die fassen neuen Mut. Viele werden auch gesund. Zu einer Frau hat Jesus mal gesagt: „Dein Glaube hat dich gesund gemacht.“ (Mk 5,34) Das heißt: Glaube kann stärken und trösten und heilende Kräfte entfalten.

Glaube ersetzt keine medizinische Behandlung

Aber nicht jede medizinische Behandlung ersetzen. Deshalb: Offen sein und kritisch bleiben. Die Bibel sagt: „Prüft alles und das Gute behaltet“.

Moderator/in: Warum? Weil es da auch riskante Anwendungen gibt?

Fabian Vogt: Genau. Kritisch wird es, wenn Menschen hören: Du bist selbst schuld, wenn du nicht gesund wirst. Oder: Du musst nur richtig denken, dann brauchst du keine medizinische Behandlung mehr. Das finde ich gefährlich.

Düstere Mächte und frühere Leben als Erklärung

Problematisch finde ich auch, wenn an einer Krankheit düstere Mächte oder Fehler aus einem früheren Leben schuld sein sollen. Das setzt Kranke nämlich zusätzlich unter Druck. Ganzheitlichkeit heißt für mich: Körper und Seele ernst nehmen – aber medizinische Hilfe und Glauben nicht gegeneinander ausspielen.