hr1 ZUSPRUCH
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Wegner, Jelena

Eine Sendung von
Jelena Wegner,
Evangelische Pfarrerin, Siegbach

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Eine Mutter sitzt auf einem Sofa und wird von ihrem älteren Sohn überrascht, der ihr die Augen bedeckt. Der jüngere Sohn hält ein Geschenk in den Händen und lächelt. Die Atmosphäre ist fröhlich und voller Überraschung.

Die Brotschneidemaschine

Zu meinem letzten Geburtstag fingen meine Kinder schon Wochen vorher an: Du bekommst das beste Geschenkt, dass wir dir je geschenkt haben. Ich wurde neugierig. Und habe überlegt: Eine neues Parfüm vielleicht. Oder eine Kette.

Die Spannung steigt

Vielleicht auch ein Fotoalbum. Und dann war es endlich soweit. Mit strahlenden Augen, wie sie nur Schenkende haben können, saßen sie vor mir. „Mach auf.“ In den Händen hielt ich ein riesiges, schweres Paket. Ich löste das Papier und wickelte das Paket aus. 

Was ist drin in diesem Paket?

Ich war sprachlos. In meinen Händen hielt ich eine Brotschneidemaschine. „Ist das nicht toll“, sagten meine Kinder, „eine Brotschneidemaschine. Jetzt musst du nicht mehr mühsam mit der Hand schneiden.“ „Wow“, sagte ich. „Eine tolle Idee.“

Ein Gerät, das ich mir nie gekauft hätte

Und dachte: Im Leben hätte ich mir keine Brotschneidemaschine gekauft. Das ist doch nur ein zusätzliches Gerät, das Platz einnimmt. Aber da stand sie nun in der Küche und nahm das ganze Schneidebrett ein.

Das Brotmesser bleibt in der Schublade

In der Schublade das Brotmesser. Meine Kinder waren noch immer begeistert. Und praktisch war es ja. Die Brotscheiben waren gleichmäßig. Und man konnte sie ganz dünn schneiden lassen. Immer öfter ließ ich das Brotmesser in der Schublade und stellte die Maschine an.

Ein Geschenk, das man sich nicht gewünscht hat

Manchmal bekommt man ein Geschenk, das man sich nicht gewünscht hat. Und trotzdem erweist es sich als gut. Mit meinem Glauben ist das ähnlich. Auch den habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Er ist mir geschenkt worden. Durch Menschen, durch Geschichten, durch Worte aus der Bibel.

Je älter, desto wertvoller wird der Glaube

Und je älter ich werde, desto mehr merke ich: Wie nützlich und wertvoll der Glaube für mich ist. Worte aus der Bibel, die mir früher nichts gesagt haben, werden plötzlich wichtig für mich.

Vertrauen wächst in schweren Zeiten

Da ist Vertrauen gewachsen, das trägt, wenn mein Leben schwer ist. Früher habe ich mich manchmal gefragt: Wozu brauche ich meinen Glauben? Jetzt denke ich: Ich bin froh, dass er da ist. Meine Brotschneidemaschine lehrt mich: ein zweiter Blick lohnt manchmal. Und manchmal braut es Zeit, sich mit etwas anzufreunden.

Froh über das angenommene Geschenk

Ich bin froh, dass ich meinen Kindern nicht gesagt habe, dass mir ihr Geschenkt nicht gefällt. Dann hätten wir sie zurückgegeben und ich hätte nie festgestellt: so eine Brotschneidemaschine ist eigentlich echt toll.