hr3 MOMENT MAL
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Vogt, Dr. Fabian

Eine Sendung von
Dr. Fabian Vogt,
Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Frankfurt

Ein Mann liegt auf einer Bank und hebt eine Langhantel, während jemand ihm beim Training hilft. Die Hantel ist mit schweren Gewichten beladen. Der Fokus liegt auf der Kraftanstrengung des Mannes und der Unterstützung durch die andere Person.

Fitness-Studio in der Kirche? Läuft!

Moderator/in: In Großalmerode im Werra-Meißner-Kreis hat ein neues Fitnessstudio aufgemacht. Das Besondere daran: Es ist in einer ehemaligen Kirche, in der mehr als 50 Jahre lang regelmäßig Gottesdienste gefeiert wurden. 

Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Wie siehst du das denn? Laufbänder, da, wo früher der Altar stand? Ist das für dich okay?

Fabian Vogt: Jo. Ist es! Wobei man dazu sagen muss: Die Kirchengemeinde feiert weiter Gottesdienste – jetzt nur woanders. 

In der Kirche Körper und Seele trainieren

Und vielleicht ist es ja besonders inspirierend, da Krafttraining zu machen, wo früher Menschen zusammen gesungen, gebetet und gefeiert haben. An einem Ort, an dem das Licht immer noch durch bunte Kirchenfester fällt.

Der Studiobetreiber selbst findet das übrigens ganz stimmig und sagt: „Im Prinzip ist das ja ähnlich.“ Heißt: Leute kommen zusammen, spüren sich selbst, kommen manchmal sogar an ihre Grenzen. Ich würde ergänzen: Früher ging es in dem Raum darum, die Seele fit zu machen, jetzt geht’s darum, den Körper fit zu machen.

Moderator/in: Und das macht dich nicht ein bisschen wehmütig?

Was braucht die Seele, um fit zu bleiben?

Fabian Vogt: Ich weiß ja gar nicht, warum die Gemeinde das Gebäude nicht mehr halten konnte oder wollte. Ich finde viel spannender: Wer jede Woche mehrfach ins Fitnessstudio geht, um seinen Körper fit zu machen, der könnte ja in einem ehemaligen Kirchenraum auch mal auf den Gedanken kommen: Wäre es nicht genauso wichtig, was für die Fitness meiner Seele zu tun? Und was könnte das sein?

„Ein Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“

In der Bibel heißt es „Gott gibt uns einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2.Timotheus 1,7) Diese Kraft, die kann man in der Kirche trainieren.