Christopher Street Days: Ein Zeichen für Vielfalt und Miteinander
Moderator/in: Gestern in Bensheim und in Friedberg, nächste Woche Fulda, Groß-Gerau, und dann im September Michelstadt und Offenbach. In Sachen Christopher Street Days ist in Hessen ganz schön was los. Für Steffi Mosler von der katholischen Kirche ist das ein großartiges Zeichen für die Sichtbarkeit der queeren Bewegung, vor allem auch nach dem fürchterlichen Anschlag von Berlin, mit einem Todesopfer und zig Verletzten.
Steffi Mosler: Hessen hat eine große Pride-Landschaft und darauf dürfen wir stolz sein. Es zeigt, dass dieser Spirit in so viele Regionen strahlt und sich nicht nur auf die großen Städte und die Rhein-Main Metropole konzentriert. Wenn ich richtig gezählt habe, waren es in diesem Sommer 22 Paraden. Das ist ein ganz starkes Zeichen für Vielfalt, Freiheit und Miteinander.
Moderator/in: Und ich merke immer mehr: Auch Kirche möchte offen sein und beteiligt sich stark an den Umzügen und Kundgebungen, vor allem die katholische Jugend ist sehr engagiert!
Steffi Mosler: Die CSDs sind ein solidarischer Akt: Wer auf die Straße geht und sich für seine Sache einstehet, setzt Zeichen, vor allem auch für diejenige, die sich nicht trauen oder diese Sichtbarkeit aus welchen Gründen auch immer noch nicht riskieren können. Mir kommt der Gedanke an Pfingsten. Menschen unterschiedlicher Sprache können plötzlich miteinander reden und verstehen sich auch. Einheit bedeutet im Christentum nicht unbedingt, dass alle gleich sind oder es werden, weil er nicht nur eine Demonstration für eine bestimmte Gruppe ist. Ich verstehe ihn als Einladung, Verschiedenheit auszuhalten, ohne daraus Feindschaft zu machen, sondern im besten Fall sogar Freundschaft.