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Baumgarten, Eva-Maria

Eine Sendung von
Eva-Maria Baumgarten,
Katholische Gemeindereferentin im PV St. Michael Hohe Rhön, Hilders-Eckweisbach

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Zwischen Zweifel und Vertrauen – wenn Gott die Worte schenkt

Am Samstag und am Sonntag feiere ich Gottesdienste und ich versuche dabei immer wieder, die Botschaft der Bibel ins Heute zu übersetzen. Ich liebe diese Aufgabe sehr. Und doch bringt sie mich immer wieder an meine Grenzen. Was soll ich zu manchen Worten Jesu sagen? Wie kann ich andere ermutigen, wenn ich selbst unsicher bin, was sie genau bedeuten? Ich möchte meine Sache gut machen, und genau das setzt mich unter Druck. Da ist diese innere Stimme, die immer wieder sagt: Hoffentlich gefällt das den Leuten, was du sagst! 

Zwischen Anspruch und innerem Druck

Neulich saß in einem Gottesdienst jemand in den Reihen, den ich gut kenne. Jemand, der genau zuhört. Und kritisch ist. Mein erster Gedanke: Oh nein. Was wird er sagen? Muss ich jetzt anders reden? Und im selben Moment wurde mir bewusst, was hier mit mir geschieht: die Angst, nicht zu genügen, nicht zu gefallen. Aber geht es darum wirklich?

Die Angst, nicht zu genügen

Jesus hat seinen Jüngern einmal gesagt: Rechnet damit, dass eure Worte nicht allen gefallen. Mehr noch: dass ihr dafür abgelehnt werdet. Ja, dass sie dafür sogar verfolgt werden, bis dahin, dass man ihnen nach dem Leben trachtet. Aber Jesus sagt auch: „Macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.“ (Mt 10,19 f.) 

Jesu Zusage: Du musst das nicht alleine schaffen

Und genau das hat in diesem Moment mein Herz berührt, denn ich durfte diese Erfahrung schon so oft machen. In Predigten oder in den Gesprächen, die ich als Seelsorgerin führe. Dann schicke ich ein kurzes Gebet zum Himmel: Bitte Gott, gib mir die richtigen Worte. Worte, die mein Gegenüber jetzt braucht. Und das bedeutet auch: Ich gebe die Kontrolle ein Stück weit ab. Nicht das, was gut klingt, steht dann im Vordergrund, sondern das, was wirklich dran ist. Manchmal sind das unbequeme Fragen. Oder Gedanken, die eine ganz neue Perspektive eröffnen.

Ein Stoßgebet verändert den Moment

So war es auch an diesem Sonntag. Ich habe gebetet und einfach gesprochen. So richtig zufrieden war ich nicht: Für mich klang das eher nach einzelnen Gedankenschnipsel als nach einer runden Predigt. Doch kurz nach dem Gottesdienst sagte jemand zu mir: „Danke für deine Worte, die haben mich mitten ins Herz getroffen!“ Zu Hause eine Nachricht: „Wow. Die Predigt hat gesessen! Danke.“ 

Wenn Worte plötzlich treffen

Ich staune. Und nehme mir vor, diesem Vertrauen auf Gott viel mehr Raum zu geben. Darauf zu vertrauen, dass ich nicht alles alleine tragen muss. Das gilt nicht nur für Predigten, sondern auch für Gespräche im Alltag, im Freundeskreis, in der Familie. Probieren Sie es doch auch mal aus. ein kurzer Moment, ein leises Gebet - Gott, gib mir die richtigen Worte. Und dann einfach losgehen.