hr4 ÜBRIGENS
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Stephan Lechtenböhmer

Eine Sendung von
Stephan Lechtenböhmer,
Pastoralreferent, Katholische Pfarrei St. Birgid, Wiesbaden

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Ein kleines Kind hält mit seiner Hand eine Blume, die in einer größeren Hand liegt. Die Erwachsenenhand ist geöffnet und gut sichtbar, während die Kinderhand sanft auf der Blume ruht. Die Szenerie vermittelt eine zarte Verbindung zwischen den Generationen und der Natur.

Meine Zeit in Deinen Händen

Manchmal wundere ich mich, wie schnell die Zeit vergeht. Mir ist natürlich bewusst: Menschen nehmen die Zeit oft sehr unterschiedlich wahr, je nach Alter oder Lebenssituation. Für den einen fliegt sie dahin, für andere schleicht sie eher umher.

Warum vergeht die Zeit manchmal so schnell?

Jetzt Ende Juni ist die erste Hälfte des Jahres schon fast wieder rum. Ich kann es kaum glauben. Wo ist die Zeit nur hin? War nicht eben noch 2025? Was wollte ich nicht noch alles erledigt und getan haben. Manchmal habe ich das Gefühl: Ein Tag hat einfach zu wenig Zeit, um alles erledigen zu können. In anderen Momenten, wenn mir etwas Gutes widerfährt, ich mich wohlfühle, würde ich die Zeit gerne anhalten. Dann kann es mir nicht langsam genug gehen.

Die Angst, dass das Leben bald zu Ende gehen könnte

Das Problem mit der Zeit ist natürlich auch: Wir wissen nicht, wieviel Zeit uns im Leben noch bleibt. Die Vorstellung, das Leben könnte bald zu Ende gehen, kann sehr beängstigend sein. Ich kenne einige Menschen, die solche Gedanken lieber verdrängen möchten. Und ich gebe gerne zu: Mir geht es damit manchmal nicht anders, auch wenn ich durch meinen Beruf als Seelsorger im Gemeindedienst oft sehr dicht am Thema dran bin, dadurch, dass ich Beerdigungen halte und mit Trauernden spreche. Wir haben es eben nicht in der Hand, weder für das eigene Leben, noch für das von Menschen, die uns wichtig sind.

Ich muss die Zeit gar nicht selbst in der Hand haben

Die Bibel kennt diese Fragen und Ängste auch. Sie gehören eben zum Menschsein dazu. Der Betende im Psalm 31 der Bibel formuliert es so: „Meine Zeit steht in Deinen Händen!“ (Psalm 31,16) Er weiß sich mit seiner Zeit, mit seinem Leben, mit dem, was war, was ist und was noch kommt, ganz in Gottes Hand.

Ich bin bei Gott gut geborgen und aufgehoben

Ich finde diesen Gedanken tröstlich und auch sehr entlastend. Ich muss die Zeit gar nicht selbst in der Hand haben. Sondern ich kann darauf vertrauen: Ich und meine Lebenszeit sind bei Gott gut geborgen und aufgehoben.