Ewiges Leben
Der Monat September ist bei mir mit vielen Ereignissen belegt. Mit freudigen, wie zum Beispiel, der Geburt unseres Sohnes vor sechzehn Jahren. Aber ich denke im September auch an traurige Augenblicke zurück. Meine beiden Eltern sind jeweils im September vor einigen Jahren verstorben. Die Jahrestage rufen bei mir die Erinnerung wach. Aber nicht nur an diesen Tagen, sondern auch, wenn ich - wie fast jede Woche – beruflich auf dem Friedhof stehe, um einen Menschen aus meiner Gemeinde zu beerdigen, denke ich über das Leben nach. Besonders über das sogenannte ewige Leben. Zu diesen Gedanken passt auch die heutige Lesung aus der Bibel, die in allen katholischen Gottesdiensten gelesen wird. Darin schreibt der heilige Paulus: „Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, […] ist auch euer Glaube leer." (1 Kor.15.12)
Ewiges Leben und Auferstehung der Toten
Ewiges Leben - Auferstehung der Toten, das meint letztlich das gleiche. Die Hoffnung, dass das Leben nach dem Tod weitergeht. Ich denke immer wieder darüber nach – nicht nur wenn ich beruflich auf dem Friedhof bin. Und manchmal würde ich das ganze Thema am liebsten verdrängen, weil ich denke: Ewig Leben – ja aber hier auf der Erde am liebsten und natürlich gesund und unter guten Bedingungen. Aber schnell weiß ich dann wieder, dass das eine Illusion ist und das täglich Menschen in sinnlosen Kriegen oder an Krankheiten sterben.
Ein tröstlicher Gedanke von Papst Benedikt XVI.
Ewiges Leben – Auferstehung der Toten. Mir macht da ein Gedanke von Papst Benedikt XVI. Mut. In einem seiner theologischen Bücher hat er einmal gesagt: „Eine unsterbliche Seele zu haben heißt in einem ewigen Dialog mit Gott zu stehen. Der Dialog mit Gott hört nie auf." (Joseph Ratzinger, Einführung ins Christentum, Kösel München 1990, 296)
Die Seele als unsterbliche Persönlichkeit
Das macht mir Mut, weil ich dann denke, in mir ist etwas – meine Seele – ein anderer Ausdruck für meine Persönlichkeit, mein Charakter, meine Individualität – das niemals verloren gehen wird. Schon bevor ich geboren wurde, war ich mit Gott verbunden und werde dies auch bleiben, wenn ich einmal sterbe. Ich versuche daran zu glauben und manchmal hilft mir dieser Gedanke auch und er gibt mir Trost.
Glaube und Hoffnung angesichts des Todes
Natürlich weiß ich, dass ich keine Sicherheit habe und dass auch alles ganz anders sein kann. Aber irgendwie verstehe ich auch, was Paulus meint wenn er sagt: „Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, […] ist auch euer Glaube leer." (1 Kor.15.12). Der christliche Glaube hängt doch sehr mit dem Glauben an ein ewiges Leben mit Gott zusammen. Und ich finde es auch tröstlich, dass es da eine Hoffnung gibt, wenn ich jetzt in diesen Tagen an meine Eltern denke.