Zutrauen statt Zweifeln
13 Jugendliche sitzen vor mir und ich soll mit ihnen über Gott reden. Ehrlich gesagt hatte ich davor ziemlichen Respekt. Schließlich habe ich selbst keine Kinder. Und zwischen einem Pfarrer Mitte dreißig und Jugendlichen um die vierzehn liegen erst einmal ein paar Welten.
Konfirmandenunterricht gestalten: Wie spricht man Jugendliche an?
Natürlich wusste ich vorher: Konfirmandenarbeit gehört zu meinem Beruf dazu. Aber wie rede ich eigentlich mit denen? Finden die das nicht eh alles total langweilig? Und was mache ich, wenn plötzlich Fragen kommen, auf die ich selbst keine richtige Antwort habe?
Glaubensfragen von Jugendlichen: Zweifel, Diskussionen und echte Gespräche
Und dann sitzen sie vor mir: Auf dem Tisch liegen Kekse. Eine klickert mit dem Kugelschreiber. Zwei diskutieren, ob man gleichzeitig glauben und zweifeln kann. Und eine fragt mich, was das eigentlich mit der Geburt von einer Jungfrau soll. Da muss ich selbst erst einmal nachdenken. Und plötzlich sind wir mittendrin: in Gesprächen über Gott und die Welt, das Leben, den Tod. In Gesprächen über Zweifel. Über Beziehungen und Freundschaften. Darüber, was Menschen in ihrem Leben eigentlich trägt. Wir essen zusammen Pizza, diskutieren und lachen. Und irgendwann merke ich: Nicht nur die Jugendlichen lernen etwas in dieser Zeit. Ich auch.
Stärken entdecken: Was Konfirmandenarbeit mir selbst gezeigt hat
Dank dieser Gruppe entdecke ich etwas, das ich mir selbst vorher nie zugetraut habe: Mir macht die Arbeit mit Jugendlichen richtig Spaß. Und er erinnert mich an eine Zusage aus der Bibel: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft.“ Ich mag diesen Satz. Nicht, weil er sagt: Du darfst keine Angst haben. Sondern weil er mich daran erinnert: Oft steckt mehr in mir, als ich mir selbst zutraue.
Mut gewinnen durch neue Erfahrungen
Manchmal merke ich das erst, wenn ich Dinge wage, vor denen ich eigentlich Respekt hatte. Ich hätte jedenfalls nie gedacht, dass ausgerechnet ich einmal so gern mit der Konfirmandengruppe arbeite. Manchmal braucht es dreizehn Jugendliche, die einem dafür die Augen öffnen.