Vorsicht, freundlich!
Neulich waren wir mit unserer kleinen Tochter im Urlaub. Wir sind durch eine Fußgängerzone gelaufen. Viele Menschen unterschiedlichster Nationen waren dort unterwegs. Die Cafés und Restaurants waren voll. Überall saßen Menschen dicht nebeneinander. Und trotzdem hatte ich den Eindruck: Eigentlich ist jeder nur für sich selbst. Die meisten laufen aneinander vorbei. Viele schauen aufs Handy oder hängen ihren Gedanken nach. Gegrüßt wird eher selten bis gar nicht.
Warum fällt uns ein freundliches “Hallo” oft so schwer?
Meine Tochter aber findet Grüßen ganz wunderbar. Sie ist eineinhalb Jahre alt und begrüßt grundsätzlich jeden Menschen. Mal winkt sie. Mal sagt sie „Hallo“. Manchmal grinst sie einen einfach nur an. Um ehrlich zu sein: Das kann auch anstrengend sein, wenn sie das bei jedem machen möchte.
Unsere Tochter macht bei den Menschen, denen sie begegnet, keine Unterschiede. Ob jung oder alt. Ob gestresst oder entspannt. Ob jemand gerade reden möchte oder nicht. Alle bekommen ein freundliches „Hallo“. Und dann passiert etwas Interessantes.
Freundlichkeit steckt an
Menschen, die eben noch ernst geschaut haben, lächeln plötzlich zurück. Andere winken. Manche bleiben sogar kurz stehen. Mehr als einmal haben sich Menschen bei meiner Tochter bedankt. Einfach dafür, dass sie so freundlich war.
Mich hat das nachdenklich gemacht. Denn eigentlich verlieren wir Erwachsenen unterwegs oft etwas, das Kindern ganz selbstverständlich gelingt: Offen auf andere zuzugehen – ohne Vorbehalte.
Was wir von Kindern lernen können
Jesus sagte einmal: „Werdet wie die Kinder.“ (Matthäus-Evangelium 18,3)
Ich glaube, er meint damit nicht, dass wir kindisch werden sollen. Sondern, dass wir uns etwas von den Kindern abschauen sollen: von ihrer Offenheit, ihrer Neugier und von ihrer Fähigkeit, einem fremden Menschen einfach freundlich zu begegnen.
Vielleicht würde ein kleines „Hallo“ manchmal schon reichen - für ein Lächeln. Und vielleicht sogar für einen etwas schöneren Tag.