Hoffentlich das Glück des Lebens
Als ich vor kurzem meinen Kleiderschrank aufgeräumt habe, habe ich in einer Kiste ein altes Foto von mir wiederentdeckt. Es zeigt mich im Alter von sechs Jahren mit einer Schultüte in der Hand vor meiner Grundschule - mein erster Schultag. Auf der aufgeklappten Tafel dahinter war ein Datum zu sehen. „Das ist ja fünfzig Jahre her!“ habe ich beim Entziffern spontan gedacht. Ich habe eine Pause vom Aufräumen eingelegt und in Erinnerungen an meine Schulzeit geschwelgt. Ich weiß noch: Ganz viele Menschen hatten mir im Jahr 1976 schon erzählt, dass jetzt der „Ernst des Lebens“ losgeht. Aber jetzt ich bin mir sicher: Nur ernst war meine Schulzeit danach wirklich nicht gewesen.
Warum die Schulzeit so viel mehr bereithält als nur Lernen
Klar gab es in dreizehn Jahren Schule viel Lernen, Arbeiten und manchmal auch schwierige Situationen mit Stress und Traurigkeit. Aber wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, kommen mir zuallererst die vielen schönen Dinge in den Sinn: Viele neue Freundinnen und Freunde, zu einigen davon habe ich sogar heute noch Kontakt. Ich denke an Fächer, die mir wirklich Spaß gemacht haben, wie Geschichte und Religion. So mancher tolle Lehrer war dabei! Ich erinnere mich an wilde Partys, großartige Klassenfahrten, einige Streiche und viele wichtige Erfahrungen zum Erwachsenwerden. Ja, ich kann für mich sagen: Es waren gute und glückliche Jahre für mich in der Schule gewesen, die mich für mein späteres Leben mutig, selbstbewusst und reif gemacht haben.
Was ich allen für den Schulstart heute wünsche
Am Montag fängt für tausende von Kindern in Hessen ihre Schulzeit an. Ich denke an die Kinder, die jetzt bestimmt aufgeregt sind und diesem Ereignis entgegenfiebern. Und der Spruch vom „Ernst des Lebens“ wird bestimmt auch da wieder oft zu hören sein. Ich wünsche den Kindern, dass sie in der Schulzeit mehr als Ernst erfahren: Das erste Glück ihres jungen Lebens sollen sie kennenlernen; zusammen mit vielen Freundinnen und Freunden, freundlichen und engagierten Lehrerinnen und Lehrern, vielen Erfolgserlebnissen und guten Erfahrungen.
Mit Gottes Segen durch die Schulzeit gehen
Als Christ heißt das für mich: Ich wünsche den Schulanfänger*innen viel Segen für ihre Schulzeit. Nicht nur in meiner Kirchengemeinde in Frankfurt machen wir das mit einem speziellen Segen: „Gott behüte Dich auf deinem Weg in der Schule, seine beschützende Hand bleibe immer bei Dir.“ Das soll gelten, in ernsten wie auch in glücklichen Tagen!