International vereint
In meiner Pfarrei mit ihren sieben Kirchen in Frankfurt gibt es etwas Besonderes. Auf unserem Pfarreigebiet sind sieben so genannte „Gemeinden anderer Muttersprachen“ zuhause. Das sind Gemeinden mit Menschen, die ihre Wurzeln in anderen Ländern haben. Sie feiern in unseren Kirchen ihre Gottesdienste in ihrer Muttersprache, sie treffen sich in unseren Gemeindehäusern und feiern ihre Feste. Bei uns sind das Ungarn, Bulgaren, Italiener, Franzosen, Slowaken, Eritreer und englischsprachige Afrikaner.
Der Glaube verbindet Menschen über Sprachgrenzen hinweg
Meistens bleiben diese Gemeinden unter sich. Aber einmal im Jahr feiern wir gemeinsam ein großes Fest, im letzten Mai war es wieder soweit! Das beginnt dann mit einem gemeinsamen internationalen Gottesdienst. Das war großartig gewesen. Alleine die Musik! Die eritreischen Trommeln sind erklungen, es gab afrikanischen Gospel genauso wie einen italienischen Chor, und auch eine slowakische Geigerin war mit tollem Spiel dabei. Trotz all dieser verschiedenen Arten von Musik hat das wunderbar zusammengepasst! Ich habe besonders beim gemeinsamen Gottesdienst gespürt: Uns verbindet viel mehr als uns trennt! Klar: Wir sprechen verschiedene Sprachen, haben unterschiedliche Traditionen und Gebräuche. Aber wir alle sind Menschen, die auf Gott vertrauen, ihn verehren und ein Leben in Liebe zu ihm und unseren Mitmenschen führen wollen.
Gemeinschaft wächst beim Feiern und Begegnen
Nach dem Gottesdienst haben wir zusammen weiter gefeiert. Jede Gemeinde hatte Essensspezialitäten aus ihrem Herkunftsland mitgebracht. Und auch hier gab es spannende Begegnungen und eine wunderbare Stimmung, die unsere Verbundenheit miteinander gezeigt hat.
Vielfalt gelingt durch Miteinander
Natürlich ist unser Zusammenleben mit den muttersprachlichen Gemeinden nicht immer nur ein Fest. Manchmal gibt es auch unterschiedliche Meinungen und Bedürfnisse. Aber meistens gelingt es uns doch, miteinander zu reden und eine gute Lösung zu finden. Ich glaube: Unsere Verbundenheit miteinander trägt uns auch durch schlechte Zeiten.
Ich wünsche mir oft, dass es in unserer Gesellschaft genauso zugeht, wie in meiner Pfarrei: Dass wir entdecken und stark machen, was uns verbindet; dass wir friedlich über das reden, worüber wir verschiedener Meinung sind – und dass wir ab und zu einmal ein großes Fest der Verbundenheit miteinander feiern!