Streit im Sandkasten – Antikriegstag
„Du hast angefangen! – Nein, du!“ diese Ausrufe sind Sandkastenklassiker. Das dahinterliegende Muster verschwindet nicht mit dem Erwachsenwerden. Ich begegne ihm in Familienkonflikten, auf der Arbeit und auch auf der internationalen Bühne.
Konflikte im Kleinen und im Großen
Denn, ob im Kleinen oder im Großen: Konfliktparteien sehen sich nicht als Verursacher, sondern als Reagierende. Das zeigt sich leider auch in den Kriegen und Krisen unserer Zeit: etwa im Nahostkonflikt, im Iran, im Sudan …
Kriege als Teil des Alltags
Ich habe den Eindruck, dass ich Tag für Tag an Kriegen beteiligt bin, sei es über die Nachrichten oder über Social Media. Kriegsbilder und vor allem die Fragen: "Wer ist schuld? Wer hat diesen Krieg angefangen? Welchen Sinn hat ein Krieg? Sie sind Teil meines Alltags geworden.
Natürlich könnte ich mich diesen Bildern und Informationen entziehen. Das ist in der Praxis aber gar nicht so einfach, da ich sehr gerne auch wissen möchte, was in der Welt los ist.
Zwischen Anteilnahme und Widerwille
Ich bin da innerlich echt zerrissen – zwischen Anteilnahme und Widerwille. Und genauso geht es mir mit der Frage nach dem Verursacher, nach dem Sinn von Krieg. Ich fühle oft mit beiden Seiten mit und versuche sie zu verstehen.
Antikriegstag als Zeichen für Frieden
Heute am 1. September wird in Deutschland der Antikriegstag begangen. Er erinnert an den Beginn des 2. Weltkriegs und dass es sich lohnt, sich für Frieden und Abrüstung einzusetzen. Das geschieht auf Veranstaltungen von Friedensinitiativen und auch im Gedenkgottesdienst heute Abend im Frankfurter Dom.
Frieden als christlicher Auftrag
Als Christin fühle ich mich verbunden mit Jesu Gebot seine Feinde zu lieben, dem biblischen Aufruf „wer euch auf die rechte Wange schlägt, dem haltet auch die andere hin.“ (1 Kor 6,7) oder der ersten Botschaft von Papst Leo: „Der Friede sei mit euch allen!“
Mir hilft es in dieser Zerrissenheit zu beten: für Gerechtigkeit, für Respekt, für Demokratie und Frieden – persönlich, aber auch in Gemeinschaft, wie heute Abend im Frankfurter Dom und auch in vielen anderen Gemeinden.