Mit 8 PS gegen den Pessimismus
In dieser Woche habe ich eine Geschichte gesehen, die mich richtig begeistert hat. Eine Geschichte, bei der ich am Ende gedacht habe: Davon dürfte es eigentlich viel mehr geben.
Wenn ich normalerweise die Nachrichten höre, geht es meistens um Sachen, die mich verunsichern. Donald Trump erlässt wieder neue Handelszölle oder die schrecklichen Messerattacken allein in dieser Woche. Das gehört zur Wirklichkeit. Aber es ist eben nicht die ganze Wirklichkeit.
Hendrik sammelt Hoffnung
Die Geschichte, die mich diese Woche so fasziniert hat, handelt von Hendrik. Der 19-Jährige aus Idstein hat sich ein ungewöhnliches Ziel gesetzt: Ein Jahr lang fährt er mit seiner kleinen Ape – einem knallroten dreirädrigen Gefährt – durch Hessens Städte und Gemeinden und sammelt Hoffnungsgeschichten.
Allein die Vorstellung gefällt mir schon. Während andere Schlagzeilen sammeln, sammelt er Geschichten von Menschen, die anderen helfen. Von Menschen, die nicht wegschauen. Die anpacken. Die Mut machen.
Die Psychologie dahinter
Hendrik hat mich nachdenklich gemacht… im positiven Sinne. Aus der Psychologie ist bekannt: Wir sehen oft genau das, wonach wir Ausschau halten. Wenn ich nach einem neuen Reiseziel suche, scheint auf einmal jeder dort schon einmal gewesen zu sein.
Oder wenn ich glaube, dass mich jemand nicht besonders leiden kann, dann interpretiere ich sogar neutrale Aussagen eher negativ. Und wenn ich nur noch auf das schaue, was schiefläuft, finde ich davon leider auch mehr als genug.
Den Blickwinkel ändern
Aber was wäre, wenn ich meinen Blick zwischendurch bewusst in eine andere Richtung lenke?Ich glaube nämlich: Hoffnung ist keine rosarote Brille. Sie blendet das Schwierige nicht aus. Mir ihr entdecke ich nur das Gute.
Die Nachbarin, die der älteren Dame die Einkäufe hochträgt. Den Kollegen, der merkt, dass es jemandem heute nicht gut geht. Die junge Frau, die im Bus aufsteht, obwohl niemand sie darum gebeten hat.
Genauer hinsehen
Mir fällt da ein Satz ein, den Jesus einmal gesagt hat – nämlich: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14 EÜ)
Er sagt nicht: Ja, wartet mal, bis es irgendwann heller wird. Er traut mir zu, selbst Licht ins Leben anderer zu bringen. Oft ganz unspektakulär. Mit einem offenen Ohr. Einem freundlichen Wort. Oder einfach mit ein bisschen Zeit.
Ich finde die Idee von Hendrik mega. Sie erinnert mich daran: Hoffnung ist keine seltene Ausnahme. Sie passiert jeden Tag. Ich muss nur hinschauen. Und manchmal reicht schon ein kleiner knalloter Flitzer aus Idstein, um mich genau daran zu erinnern. Danke Hendrik!