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Eine Frau mit langen, dunklen Haaren lächelt in die Kamera. Sie trägt ein schwarzes T-Shirt und eine graue Jacke. Der Hintergrund ist neutral und hellgrau. Die Aufnahme wirkt freundlich und professionell.

Eine Sendung von

Regionaljugendreferentin Katholisches Jugendbüro Oberhessen, Alsfeld

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Bildquelle: Pixabay

Vertrauen finden in Taizé

Bald ist es wieder so weit: An Ostermontag fahren wir mit einem großen Reisebus und 50 erwartungsfrohen Jugendlichen nach Taizé! 

Zum größten christlichen Jugendtreffen in Europa. Als Jugendreferentin organisiere ich mit verschiedenen Kooperationspartnern jedes Jahr eine ökumenische Fahrt dorthin.

Eine Woche in Taizé

Taizé ist ein kleiner Ort im französischen Burgund. Seit der Gründung durch Frère Roger lebt dort eine ökumenische Bruderschaft von etwa 80 Brüdern. Aus der ganzen Welt kommen das ganze Jahr über tausende von jungen Menschen nach Taizé und verbringen eine Woche in Gemeinschaft. 

Und das, obwohl ein Aufenthalt in Taizé alles andere als luxuriös ist: Die Verpflegung ist einfach. Brötchen mit Schokoriegel und Zitronentee zum Frühstück. Und geschlafen wird in einfachen Holzbarracken. 

Die Magie von Taizé

Der Tagesablauf ist fest vorgegeben: Jeden Morgen führt ein Bruder aus der Taizé-Gemeinschaft in einen Bibeltext ein. Danach tauscht man sich in Kleingruppen darüber aus, welche Bedeutung die Botschaft Jesu für das persönliche Leben haben kann. Drei Mal am Tag ist Gebet. Mit den wunderschönen Taizé-Gesängen und einer Zeit der Stille. 

In Taizé machen die jungen Menschen viele wertvolle Erfahrungen für ihr Leben. Eine Sache gibt es, die ich an Taizé besonders schätze. Und die ist für mich der Grund, warum ich die Fahrt immer wieder anbiete: Taizé gelingt es, in den jungen Menschen etwas wach zu kitzeln. 

Etwas, das bis dahin vielleicht verborgen war oder das in letzter Zeit etwas verschüttet war: Die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Nach Frieden. Nach Liebe und Gemeinschaft. Und nach einer Beziehung zu Gott. 

Auf das Vertrauen einlassen

Daher fließen in Taizé bei den Jugendlichen auch ab und an Tränen. Aber nicht aus Traurigkeit, sondern weil sie während der Woche ein tiefes Angenommensein spüren. Das Gefühl: Da ist jemand, der mich bedingungslos liebt. Dem ich vertrauen kann. Mit dem mein Leben eine andere Wendung bekommt, wenn ich mich auf ihn einlasse. 

Im Vertrauen auf Jesus Christus leben – das ist die Botschaft, die die Brüder von Taizé ihren Gästen mit auf den Weg geben.

Das “Taizé-Feeling” beibehalten

Viele unserer Jugendlichen sind, wenn sie aus Taizé zurückkommen, ganz beseelt und möchten am liebsten die ganze Welt umarmen. Mir geht es genauso. Oft holt mich der Alltag natürlich schnell wieder ein und das besondere „Taizé-Feeling“ hält nur ein paar Wochen an. 

Deswegen versuche ich, auch in meinem Alltag in Oberhessen ein bisschen Taizé einzubauen. Ich höre mir ein Taizélied an, sitze ein paar Minuten in Stille, und beende den Tag mit einem persönlichen Gebet. 

Ich spüre dann auch zu Hause etwas von dieser Taizé-Botschaft: Da ist ein Gott, der mich liebt. Und mit dem ich positiver und vertrauensvoller durchs Leben gehen kann.