Geld regiert die Welt?
„Über Geld spricht man nicht, das hat man“ – das war einer der Lieblingssprüche meiner Tante. Er klingt leicht überheblich und scheint nur was für Reiche zu sein. Aber er macht auch deutlich: Geld ist ein heikles Thema!
Geld bestimmt das Leben
Niemand gibt gerne zu, dass er keines hat oder vielleicht sogar Schulden. Viele reden nicht darüber, wie viel Geld sie im Monat verdienen. Das geht keinen was an. Aber gleichzeitig bestimmt das Geld unser Leben – ohne Geld geht wenig bis gar nichts. Und die Amerikaner schreiben sogar auf ihren Geldschein: „In God we trust – wir vertrauen auf Gott“. Der liebe Gott und das Geld?
Geld als eine Art Religion?
Eigentlich gibt es viele biblische Geschichten, die vor dem Geld eher warnen. So zum Beispiel die Geschichte vom Tanz ums goldene Kalb. Das bauen sich die Juden, als sie in der Wüste fast am Verzweifeln sind und ihrem Führer Moses nicht mehr trauen.
Und dieser Tanz ums goldene Kalb steht seitdem als Redewendung für das Vergöttern von materiellen Gütern. So zum Beispiel, wenn ich mir ein Leben ohne Auto oder Handy gar nicht mehr vorstellen kann. Oft werden Geld und materille Güter zum Ersatzgott. Geld besitzen zu wollen, ist dann eine Art Religion, für die ich alles zu geben bereit bin.
“In God we trust”
Im Lexikon finde ich unter der Überschrift „Geld“ folgende Definition: „Geld ist ein allgemein anerkanntes Tauschmittel.“ Das leuchtet mir ein. Früher hat man direkt getauscht: Schuhe gegen Getreide, Holz gegen Wolle oder auch Butter und Speck gegen Zigaretten oder Seidenstrümpfe. Heute benutzt man dafür eben Geld. Ich finde: Das weist dem Geld seinen richtigen Stellenwert zu.
Natürlich ist Armut furchtbar und muss bekämpft werden. Auch viele in unserem Land haben mit den steigenden Preisen zu kämpfen: Benzin, Einkäufe, Mieten. Da mag es für manchen zynisch klingen, was auf der Dollarnote steht: „In God we trust.“ Der Spruch will mich aber auch daran erinnern: statt Geld zu horten etwas abzugeben von dem, was ich habe.