Inklusion: Hauptsache geliebt!
Moderator/in: In der Morningshow heute haben wir Euch von der tollen Arbeit in der inklusiven KiTa in Roßdorf erzählt. Anna Lena hat heute Morgen 1000 Euro für die Vereinskasse des Inklusionstheaters in Kassel gewonnen. Vielfalt ist was Gutes, Inklusion ist wichtig. Das findet auch Alex Becker von der katholischen Kirche.
Alex: Für mich gehört zu einer guten Gemeinschaft, dass alle im Blick sind. Dass niemand übersehen wird – und besonders an die gedacht wird, die mehr Unterstützung brauchen. Ich kenne Menschen, die nach einem Unfall plötzlich auf einen Rollator angewiesen sind oder die nach einer Erkrankung ihr Augenlicht verloren haben.
Wie wertvoll ist es dann, wenn Menschen da sind, die begleiten, zuhören! Die mit nach Lösungen suchen, wenn das Leben plötzlich ganz anders verläuft als geplant.
Moderator/in: Das stimmt und tatsächlich kann das jeden und jede treffen. Also niemand ist davor sicher, irgendwann auf Unterstützung angewiesen zu sein. Wobei: Inklusion bedeutet ja noch mehr als Hilfe und Unterstützung, oder?
Alex: Inklusion bedeutet für mich, möglichst vielen Menschen die gleichen Chancen zu geben. Wege, Räume, die Welt um uns so zu gestalten, dass sie nicht nur für die Starken und Gesunden gemacht sind. Sondern für alle. Übrigens: an Geburtstagen oder wenn ein Kind geboren wird, habe ich mir den Satz „Hauptsache gesund“ inzwischen abgewöhnt.
Moderator/in: Warum sagst du den nicht mehr?
Alex: Ich habe gelernt: Eine Krankheit oder körperliche Einschränkung macht ein Leben nicht automatisch schlecht oder weniger lebenswert. Das Leben ist so viel mehr als Gesundheit. Manchmal würde ich lieber sagen: „Hauptsache geliebt.“
Denn geliebt zu sein, angenommen zu werden, und zwar so, wie man ist, das gibt Menschen Halt. In meinem Glauben finde ich genau diese Zusage: Da ist ein Gott, der Menschen nicht nach ihrer Stärke beurteilt, sondern sie bedingungslos liebt.