hr1 ZUSPRUCH
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Clausing, Mareike

Eine Sendung von
Mareike Clausing,
Evangelische Pfarrerin, Christus-Gemeinde Dietzenbach

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Eine Person mit lockigem Haar bei der Gartenarbeit, die einen kleinen Baum mit grünen Blättern in der Erde pflanzt. Sie trägt ein weißes Oberteil und Jeans. Im Hintergrund sind verschwommene Naturelemente zu sehen.

Die Hände in der Erde und den Blick in den Himmel

Ich gärtnere gern. Ich mag dieses Gefühl, mit den Händen in der Erde zu sein. Etwas einpflanzen oder säen und hoffen, dass es wächst. Und irgendwann ist da ein erster grüner Punkt. Das ist für mich jedes Mal ein kleines Wunder.

Staunen im Alltag: Wie Kinder Wachstum entdecken

Auch unsere Tochter hilft inzwischen tatkräftig im Garten mit. Ihr erster Gang nach der Krippe führt oft zu den Hochbeeten. Ist ein neues Blatt zu sehen? Ist eine Blüte aufgegangen? Ihre Freude über das zarte Grün ist einfach schön. Da steckt so viel Neugier drin, so viel Staunen.

Das Leben als Garten: Welche Parallelen gibt es?

Und vielleicht ist das schon der Anfang von etwas ganz Wichtigem: zu sehen, wie Leben wächst. Mir gefällt der Gedanke: Das Leben ist wie ein Garten. Ich säe, plane, probiere aus und stecke Kraft und Hoffnung hinein. Ich muss geduldig sein und darauf vertrauen, dass etwas gedeiht.

Was braucht echtes Wachstum?

Und ich muss dranbleiben, mich kümmern und meinen eigenen Umgang finden, mit dem, was kommt. Dazu gehört auch um Hilfe bitten, mal was zurückschneiden oder Pflanzen ausreißen, die anderes kaputtmachen würden.

Wenn nicht alles gelingt: Wie gehe ich mit Rückschlägen um?

Nicht alles gedeiht. Nicht alles gelingt, und manches braucht mehr Zeit, als mir lieb ist. Ich kann planen, pflegen und gestalten. Aber ich kann nicht alles kontrollieren. Ich kann nicht verhindern, dass es auch dornigen Zeiten gibt. Dürrezeiten. Kräftezehrende.

Mit schönen und schweren Momenten im Leben umgehen lernen

Oder auch Zeiten, in denen ich mich eher entwurzelt fühle als geborgen. Es gibt aber auch die anderen Momente: Wenn mein Lebensgarten in voller Blüte steht, wenn etwas Frucht trägt. Wenn das Leben reich und bunt ist. Dann spüre ich: Hier bin ich angekommen.

Ankommen und neu wurzeln: Was gibt Halt im Leben?

Hier kann ich neu wurzeln. Beim Gärtnern wie im Leben glaube ich: Bei alledem ist Gott als großer Gärtner an meiner Seite. Schaue ich in die Welt, dann hat Gott offenbar einen grünen Daumen.

Wahrnehmen und Staunen, wo sich Wunder im Alltag zeigen

Die Sommerzeit lädt dazu ein, das bewusst wahrzunehmen: das Wachsen. Das Blühen. Die kleinen Wunder mitten im Alltag. Manchmal spüre ich dann: Der Himmel ist der Erde näher, als ich denke. Besonders mit den Händen in der Erde und dem Blick in den Himmel.