hr2 ZUSPRUCH
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von Winterfeld, Charlotte

Eine Sendung von
Charlotte von Winterfeld,
Evangelische Pfarrerin, Frankfurt

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Auf der Straße überqueren mehrere Radfahrer in Bewegung einen Zebrastreifen, während ein blauer Bus im Hintergrund sichtbar ist. Die Szene vermittelt ein Gefühl von lebhaftem Verkehr und urbaner Aktivität.

Für wen fahre ich Fahrrad?

Was mache ich eigentlich, damit meine Kinder und Enkelkinder später auf diesem Planeten noch gut leben können? Und ein Aspekt davon: Wie bewege ich mich von A nach B?

Die EU-Kampagne Mix and Move

Die Europäische Kommission hat dazu eine Kampagne gestartet. Unter dem Motto „Mix and Move! – klimafreundlich mobil". Es werden zum Beispiel neue Fuß- und Radwege eingeweiht und Elektro-Fahrzeuge getestet. Die Botschaft: Nachhaltige Mobilität ist möglich und macht Spaß. Menschen machen das gerne – wenn sie die Wahl haben.

Viele Wege werden bereits klimafreundlich zurückgelegt

Viele Menschen legen ihre Wege bereits klimafreundlich zurück – wo immer sie können. In Frankfurt werden schon länger stolze 77 Prozent aller Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt.

Stadt und Land im Vergleich

Das ist natürlich in der Stadt einfacher. Wer auf dem Land lebt, kommt oft nicht ums Auto herum. Aber auch dort tut sich mancherorts was mit Carsharing oder Rufbussen und E-Bikes. Und bei den Autos selbst tut sich was: immer mehr fahren elektrisch. Auch deshalb wächst aber der Stromhunger.

KI und Internet kosten Wasser und Strom

Aber auch die KI fragen oder im Internet surfen kostet Unmengen an Wasser und Strom. Kein Fortschritt ohne Preis. Das war schon immer so, und eine Gesellschaft muss abwägen, ob und wann er gerechtfertigt oder zu hoch ist.

Der Umgang mit der Erde hat globale Auswirkungen

Und klar: Der Umgang mit der zerbrechlichen Erde hat Auswirkungen über Europa hinaus. Heiße Sommer und niedrige Pegelstände bei Flüssen sind das eine, Dürrekatastrophen in Afrika und Überschwemmungen in Asien sind gravierender und bringen Hunger und Existenznot.

Was wir hier entscheiden, kommt dort an

Was wir hier entscheiden, kommt dort an. Ich halte inne. Und frage mich: Aus welcher Quelle schöpfe ich eigentlich meine Ressourcen? Der Glaube an Gott als den Schöpfer der Welt heißt für mich konkret: Die Erde gehört nicht mir. Sie ist ein Geschenk Gottes. Ich trage Verantwortung für sie und für die, die auf ihr leben.

Verantwortung für Menschen in Myanmar, Pakistan und Somalia

Auch für die Menschen in Myanmar, Pakistan oder Somalia, die am meisten unter dem Klimawandel leiden. Dieser Glaube gibt mir einen Maßstab: Handeln, weil die Schöpfung es wert ist. Die Lage ist herausfordernd, aber nicht hoffnungslos. Das Tempo des Wandels müsste sich verdoppeln, um Mitte des Jahrhunderts klimaneutral zu sein.

Solarkraft wächst exponentiell

Und doch: Die Solarkraft wächst exponentiell. 2025 wurden mehr Solarzellen angeschlossen als je zuvor. Es hat sich schon viel getan. Vor zehn Jahren hat ein Freund von mir seine Söhne und meine Tochter mit einem E-Bike und Lastenfahrrad vom Schwimmtraining abgeholt: Transport von drei Kindern und sich selbst mit einem Fahrrad.

Immer mehr Lastenfahrräder unterwegs

Oft genug wurde er bestaunt oder belächelt. Jetzt sehe ich immer mehr solcher Bikes herumfahren, es wird zur Normalität. Und ich mache mit - und merke: Es tut gut. Nicht weil ich die Welt retten muss. Sondern weil ich ein Teil von ihr bin. Und weil Gott, der die Welt erschaffen hat, sie nicht loslässt.