„Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“
In diesen Tagen beginnt eine besondere Zeit im Kirchenjahr, die nicht so bekannt ist wie der Advent oder die Fastenzeit – aber immerhin: Sie wird immer bekannter und von immer Menschen begangen. Ich meine die Schöpfungszeit – das sind fünf Wochen, in denen die christlichen Kirchen die Erde als Gottes Schöpfung in den Mittelpunkt stellen. Sie beginnt am 1. September mit dem Gebetstag für die Schöpfung und endet am 4. Oktober, dem Fest des heiligen Franziskus, der als Patron der Natur und der Umwelt verehrt wird.
Eine zentrale und bundesweite Feier zum Tag der Schöpfung
Die Kirchen in Deutschland begehen den Tag der Schöpfung gemeinsam und die zentrale, bundesweite Feier zum Tag der Schöpfung findet heute Nachmittag bei uns in Hessen, in Marburg statt – mit einem ökumenischen Gottesdienst um 17 Uhr in der Elisabethkirche und einem Programm rund um das Thema Biodiversität und Vielfalt der Schöpfung.
Ich verstehe diese Frage auch als eine Mahnung
Der Tag der Schöpfung und die ganze Schöpfungszeit stehen in diesem Jahr unter dem Leitwort „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ Das Wort stammt aus der Bibel, aus dem Buch Hiob. Gott selbst richtet diese Frage an Hiob. Ich finde sie durchaus ein wenig provozierend, denn sie ruft ins Bewusstsein: Die Schöpfung ist großartig – und für den Menschen kaum zu begreifen. Auch wenn die wissenschaftliche Forschung vieles erklären kann, letztlich bleibt die Schöpfung ein Geheimnis. Und ich verstehe diese Frage auch als eine Mahnung, mit Dankbarkeit und auch mit Demut auf die Erde und unsere Mit-Welt zu schauen. Und vor allem auch: mit Respekt vor ihrer Schönheit und ihrer Verletzlichkeit.
Wir feiern diesen Tag mit einem ökumenischen Gottesdienst
In den kommenden Wochen laden die Kirchen zu Gottesdiensten und vielen weiteren Veranstaltungen zur Schöpfungszeit ein. So etwa in Darmstadt, wo ich für die Akademie des Bistums Mainz arbeite. Schon seit mehreren Jahren gibt es dort Aktivitäten zur Schöpfungszeit, in diesem Jahr haben wir ein gemeinsames Programm vorbereitet. Es gibt Gottesdienste, Konzerte, Veranstaltungen und Aktionen rund um Schöpfung und Schöpfungsverantwortung. Eine Orgelnacht, ein Musical und eine Fahrradtour zu nachhaltigen Orten stehen auf dem Programm; der Escape-Room „Saving tomorrow“ und die Film- und Gesprächsreihe „The Week“ regen an, sich einmal anders mit dem Klimawandel zu beschäftigen. Am kommenden Sonntag, dem 6. September, feiern wir den Tag der Schöpfung mit einem ökumenischen Gottesdienst. Alle Infos gibt’s im Internet. Mit diesen und vielen anderen Aktivitäten laden wir ein, zu staunen und zu beten, sich zu informieren und aktiv zu werden. Und: sich zu verbinden mit allen, denen die Sorge um unsere Erde am Herzen liegt.
Zur Feier in Marburg: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland - 2026
Programm der Ökumenischen Schöpfungszeit in Darmstadt: SchoepfungszeitDA_Flyer_Online.pdf