Auch „fünfte Beatles“ inspirieren…
John. Paul. George. Plus Ringo: Das macht genau vier Beatles. So weit, so logisch. Jetzt hab ich mich aber mal darauf eingelassen, bei den Beatles bis „fünf" weiterzuzählen. Der Autor Nicola Bardola, den ich gut kenne, hat nämlich ein Buch über sogenannte „fünfte Beatles" geschrieben. Dabei geht es um Leute, die aus verschiedenen Gründen als „fünfte Beatles" bezeichnet wurden. Von Fans oder von der Presse. Es geht um Helfer, Freunde, Wegbegleiter. Im Buch werden über 50 erwähnt. Stars sind dabei – etwa Eric Clapton. Aber auch Leute mit ansonsten unauffälliger Biografie.
Humor und bewundernswerte Lebensläufe
Während ich das gelesen habe, musste ich oft schmunzeln: Bei der Suche nach „fünften Beatles" ist viel Humor im Spiel. Aber einige Lebensläufe haben mich sehr berührt. Auch wenn ich mir eigentlich vorgenommen hatte, das Beatles-Phänomen nicht zu sehr zu verklären: Es haben sich ja zum Beispiel auch einige fragwürdige Gestalten an die Beatles gehängt, um ihr eigenes Süppchen zu kochen.
Vorbilder: Freda Kelly und Astrid Kirchherr
Aber ich hab eben auch gemerkt: Es gab und gibt richtig bewundernswerte „fünfte Beatles". Mich hat etwa beeindruckt, wie respektvoll die Fanclub-Chefin Freda Kelly mit den oft nervigen und skurrilen Fan-Anliegen umgegangen ist oder wie visionär die Foto-Künstlerin Astrid Kirchherr die noch unbekannte Band in Szene gesetzt hat. Sie hat auch den Horizont der Musiker rund um Style und Mode erweitert. Die Rocker mit Elvis-Tolle zur Pilzkopf-Frisur inspiriert.
Idealismus in der Anfangsphase
Vor allem der Idealismus vieler „Fünfter Beatles" aus der Anfangsphase der Band fasziniert mich: Niemand hat ja ahnen können, dass die Band Erfolg haben wird. Schon gar nicht in dieser Größenordnung. Trotzdem hat es eine Menge Helfer gegeben. Musik-Fans, die ihren Traum gelebt haben. Und in einer damals deutlich muffigeren Gesellschaft zu dem standen, was ihnen wichtig war.
Inspiration für den eigenen Alltag
Ich nehm mir vor, mich von den Eigenschaften „fünfter Beatles" immer wieder inspirieren zu lassen: Zum Beispiel auf lästige Bitten so souverän zu reagieren wie Freda Kelly. Oder Hobbys, die mir eigentlich wichtig sind, wieder mehr Raum geben. Damit sie nicht im Alltagstrott aus dem Blick geraten. So gesehen merk ich: Nicht nur die „Fab Four" - auch „fünfte Beatles" können inspirieren.