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Christi Himmelfahrt und mein Vater
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Christi Himmelfahrt und mein Vater

Beate Hirt
Ein Beitrag von Beate Hirt, Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim hr, Frankfurt
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Nicht nur Christi Himmelfahrt ist heute – viele begehen diesen Tag als Vatertag. Da werde ich heute etwas traurig und wehmütig. Im Dezember ist mein Vater gestorben, mit 90 Jahren. Er war alt und lebenssatt, und wir konnten uns gut von ihm verabschieden. Und trotzdem vermiss ich ihn immer wieder sehr, heute besonders. Ich hab ihm zum Vatertag oft gratuliert und eine Kleinigkeit geschenkt. Wenn ich ihn besucht haben, haben wir uns lange in die Arme genommen.

Mein Vater war sehr nahbar, sanft und zärtlich

Mein Vater war ein sanfter und zärtlicher Mensch. Und das war schon etwas ungewöhnlich für seine Generation, in der gab es ja auch noch einige autoritäre und unnahbare Väter. Mein Vater war sehr nahbar. Er hat uns als Kinder ins Bett gebracht und selbst ausgedachte Geschichten erzählt. Sein Leben lang hat er uns herzlich umarmt. Und als alter Mann hat er, wenn wir nebeneinander saßen, meine Hand gesucht und sie immer wieder zärtlich gestreichelt. Beim Videotelefonieren in den letzten Jahren hat er nicht mehr viel verstanden und geredet – aber mir immer wieder ein Kusshändchen zugeworfen.

Gott nimmt den verlorenen Sohn in seine Arme

Als ein zärtlicher, nahbarer Vater wird übrigens auch Gott in der Bibel beschrieben: „Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich Gott“, heißt es da zum Beispiel (Psalm 103,13). Und dem verlorenen Sohn eilt der Vater entgegen und nimmt ihn in die Arme.

Jesus kehrt zurück zu seinem Vater und sie nehmen sich in die Arme

Irgendwie passt für mich deswegen Christi Himmelfahrt und Vatertag schon lange ganz gut zusammen: Jesus kehrt zurück zu seinem Vater im Himmel, diesem barmherzigen, zärtlichen Gott. Und ich stelle mir vor: Sie nehmen sich auch erst einmal herzlich in die Arme.

Irgendwann werden wir uns wieder in die Arme schließen

Ich vermisse meinen Vater heute. Aber ich glaube daran: Er ist bei Gott gut aufgehoben, in Gottes Licht und Armen. Und ich glaube auch daran: Irgendwann werden auch mein Vater und ich uns wieder fest in die Arme schließen.

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