Was ich in diesen Wochen in meinem Garten lerne
In den letzten Wochen habe ich viel Zeit im Garten verbracht. Das mache ich immer im Frühjahr so. Da müssen die Rosen geschnitten und wieder neu angebunden werden. Sträucher werden in Form gebracht. Verblühtes wird abgeschnitten. Das ganze Material wird in Bündel gebunden für die Kompostierung. Es ist eine Menge Arbeit.
Zunächst sieht der Garten dann ziemlich traurig aus. Und ich muss mich immer wieder selbst ermutigen: das wächst schon wieder!
Mein Garten ist echt beeindruckend!
Dann kommen die ersten Blumen heraus, meistens sind es die Primeln. Die Narzissen und Tulpen und viele andere folgen. Der Garten blüht wieder – ich staune immer wieder: Welch eine Pracht! Zusammen mit den Sträuchern, deren grüne Blätter langsam austreiben, ist er echt beeindruckend, mein Garten.
Um die Pracht zu genießen, habe ich mehrere Sitzgelegenheiten im Garten, so dass ich ihn von verschiedenen Seiten anschauen kann. Das tue ich ausgiebig.
Meine Gedanken wandern in andere Lebensbereiche
Während ich da sitze und in den Garten schaue, wandern meine Gedanken in andere Lebensbereiche. Die Erfahrung vom Aufblühen und Wachsen in meinem Garten kann ich dahin übertragen:
Ich denke an junge Menschen, die auf den Weg in ein eigenes Leben sind. Ihnen wünsche ich den Mut, ihren eigenen Weg zu finden und zu gestalten. Und ich wünsche ihnen Menschen, die ihnen dabei hilfreich sind, diesem Weg eine Form und Richtung zu geben.
Ich erschrecke immer wieder…
Ich denke an eine Freundin, die vor einigen Wochen eine ganz schlimme Diagnose bekommen hat, die ihr Leben bedroht. Ihr wünsche ich Kraft, die Therapie durchzustehen, damit das Leben wieder zum Blühen kommt.
Ich erschrecke, wie Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Sprache, ihrer Religion, wegen ihrer sexuellen Identität oder Lebensentscheidung ausgegrenzt oder gar bedroht werden. Ich möchte mich mit meinen Möglichkeiten für eine Gesellschaft einsetzen, in der es bunt und lebendig zugeht.