hr4 ÜBRIGENS
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Häbel, Dr. Ulf

Eine Sendung von
Dr. Ulf Häbel,
Evangelischer Pfarrer, Laubach-Freienseen

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Eine Gartenfigur eines Zwerges mit rotem Hemd, grünen Latzhosen und einem spitzen Hut steht lächelnd neben blauen Blumen. In seiner rechten Hand hält er eine kleine Schaufel. Der Zwerg hat einen weißen Bart und steht auf einem bunten Steinhaufen.

Überzwerg

Eine Siebenjährige beim Besuch ihrer Tante nur so vor sich hingesagt: „Die ist ein bisschen überschminkt.“ Die Tante war elegant gekleidet und sorgfältig zurechtgemacht. Aus der Sicht des Kindes aber doch ein bisschen zu viel des Guten.

Ein Kinderwort trifft den Kern

Das Wort “überschminkt” kannte ich bisher noch nicht. Doch Kinder reden auf ihre Weise unbefangen, spontan und manchmal treffend: ein bisschen zu viel, ein bisschen übertrieben.

Wenn immer mehr gewollt wird

Stimmt eigentlich. Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn jemand sich schön macht, das ist völlig in Ordnung. Etwas anderes ist es, wenn Menschen immer noch etwas zulegen wollen: mehr haben, mehr besitzen, mehr leisten, als es für sie gut ist. Einen Menschen, der sich wichtiger macht, als er ist, nennt man bei uns scherzhaft einen „Überzwerg“, einen Menschen, der sich künstlich aufplustert.

Bescheiden bleiben

In diesem Bild vom Überzwerg steckt ein guter Hinweis - gerade für eine Zeit, in der Wichtigtuerei und Konkurrenzneid und Größenwahn öfters vorkommen. Für mich heißt das: Mach dich nicht größer, als du bist. Such nicht nur immer deinen Vorteil. Lass es manchmal genug sein, steck auch mal zurück. Also, sei kein Überzwerg! Das hast du nicht nötig.