Schulnoten
Noten geben fällt mir schwer. Ich unterrichte in einer Grundschule und da muss ich Noten geben. Bevor ich meine Entscheidungen für die Zeugnisnoten treffe, frage ich die Kinder: „Welche Note hast du verdient?“ Auf einen Zettel schreiben sie dann ihre Einschätzung. Ich sehe, wie die Kinder überlegen, entschlossen eine Zahl aufschreiben und den Zettel schnell falten.
Sind Schulnoten wirklich gerecht und aussagekräftig?
Und wissen Sie was? Gut 90% der Kinder schätzen ihre Leistungen so ein wie ich auch. Das beruhigt mich ein wenig. Aber ich stelle mir immer wieder die Frage: Werden die Noten den Kindern gerecht? Sind sie aussagekräftig im Hinblick auf das, was die Kinder leisten, wie sie sich entwickeln, was ihnen möglich ist?
Schlechte Noten: Warum ein Eis manchmal mehr hilft als Kritik
Ich bleibe unsicher und deshalb habe ich mich so über die Idee von Martin Gruber gefreut. Er betreibt ein Strandbad am Ammersee in Bayern. Martin Gruber war selbst ein schlechter Schüler und hatte keine guten Noten. Er weiß, wie mies man sich da fühlt. Deshalb hat er ein Herz für Nieten und Loser, sagt er. Als Trost für schlechte Noten, schenkt er Kindern im Strandbad Salzstangen und ein Eis. Jeder, der eine sechs im Zeugnis hat, kann sich bei ihm melden.
Was zählt mehr als Leistung? Eine Botschaft von Jesus
Genau wie Jesus, denke ich. Er hat auch ein Herz für Nieten und Loser, für die, die am Rand stehen und die nichts Großes vollbringen können. Jesus beurteilt Menschen nicht nach dem, was sie leisten. Bei ihm spüren sie: Auch mit unserem Nichtkönnen und Schwächen sind wir geliebt und angenommen. Martin Gruber hat auch so ein Herz. Er tröstet die Kinder und sagt: „Schaut nur, aus mir ist auch was geworden, obwohl ich so schlechte Noten hatte.“ Und dann verteilt er Eis und Salzstangen, wunderbar!