hr4 ÜBRIGENS
hr4
Fröhlich, Johanna

Eine Sendung von
Johanna Fröhlich,
Evangelische Pfarrerin, Gießen

00:00
00:00

Pflücke den Mai

Ich liebe den Mai. Wenn alles blüht und Leben aus allen Bäumen hervorsprießt. Bei einer Maiwanderung begegnen mir so viele kleine Schätze in der Natur. Die Fülle der Apfelblüten und der Duft vom Flieder. Die gelben Tupfen vom Hahnenfuß, der die Wiesen übersäht. Das ist wie eine Lebensdusche aus Duft und Farben.

Schönheit festhalten: Geht das überhaupt?

Am liebsten würde ich diese Schönheit festhalten. Manche Blüten sammle ich, trockne und presse sie und klebe sie in ein Album. Andere fotografiere ich. Ich will all das bewahren - für graue Tage.

Vergänglichkeit der Blüten: Warum sie uns entgleiten

Aber ich merke: So richtig gelingt mir das nicht. Denn nichts ist vergänglicher als diese vom Leben strotzenden Blüten. Sie sind so zart und fein. Kaum habe ich sie gepflückt, schon verwelken sie wieder in der Hand.

Natur im Wandel: Wie schnell der Mai vergeht

Der Strauß Wiesenschaumkraut lässt nach kurzer Zeit schon die Stängel hängen. Die Maiglöckchen sind in einer Woche überall, in der nächsten schon wieder verwelkt. Ich will dieses herrliche Maileben festhalten, aber: Ich kann es nicht.

Schönheit im Moment: Was bleibt wirklich?

Es sind nur Schätze auf Zeit. Genauso schön wie vergänglich. Und gerade darin liegt ihre Schönheit. Dass sie nur einen Augenblick lang dauert.

Carpe diem erklärt: Was bedeutet „Pflücke den Tag“?

Carpe diem – das Sprichwort bedeutet: Pflücke den Tag. Wenn ich so durch die Mailandschaft spaziere, denke ich daran. Auch meine Lebenszeit ist wie eine Maiwiese. Jeder Tag eine Blüte.

Den Moment leben: Wie sich Alltag bewusst anfühlt

Jetzt kann ich sie pflücken und genießen. Morgen ist der Tag von heute verwelkt. Die Blüten rufen mir zu: Leb‘! Genieß‘ jeden Tag, solange er blüht.

Achtsamkeit im Alltag: Kleine Momente bewusst erleben

Ich will jeden Moment auskosten: Die Teestunde mit der Freundin, die kleine Pause zwischen zwei Terminen. Der blühende Mai lehrt mich, den Augenblick zu pflücken.