Lass ihn heil nach Hause kommen!
Sobald im Frühjahr die Sonne warm scheint, ist jedes Wochenende auf der Straße vor meinem Haus die Hölle los. Eine Unmenge von Motorradfahrern hat diese Strecke für ihre Wochenendausfahrt ausgeguckt. Manche fahren ja gemächlich dahin, andere aber geben ordentlich Gas und veranstalten einen Höllenlärm. Manchmal ärgert es mich, und manchmal schüttle ich nur den Kopf. Jetzt im Herbst ist es endlich ruhiger geworden. Gott sei Dank!
Wie gefährlich ist Motorradfahren aus Sicht eines Seelsorgers?
In meinem Dienst als Seelsorger an einem großen Krankenhaus weiß ich, wie ein Motorradfahrer durch einen Unfall zugerichtet wird. Er hat ja bekanntlich keine Knautschzone! Ich weiß um das Leid der Angehörigen, wenn jemand auf einer Tour ums Leben kommt.
Warum fahren Menschen Motorrad? Das Gefühl von Freiheit
„Du weißt ja nicht, wie schön es ist, mit dem Motorrad durch die Landschaft zu fahren.“ So klären mich meine Freunde auf, die ebenfalls Motorrad fahren. Und sie schwärmen weiter: „Der Wind pfeift um dich herum. Du nimmst die Landschaft ganz anders wahr. Das ist einfach ein Gefühl von Freiheit, was man da bekommt.“
Ich versuche noch dagegen zu halten: „Das kann ich zum größten Teil auch auf dem Fahrrad haben.“ – Sie schütteln den Kopf.
Statt Ärger: Wie hilft das Gebet für Motorradfahrer?
Vor einiger Zeit habe ich dann einen Gedanken gelesen, der mir wirklich weiterhilft. Statt mich über den Fahrstil anderer aufzuregen und mich darüber zu ärgern, gibt es die Möglichkeit für ihn zu beten. Also, anstatt einem Motorradfahrer wer weiß was zu wünschen, bitte ich darum: „Lieber Gott, lass ihn heil und unbeschadet nach Hause kommen!“ Erst habe ich skeptisch geschaut, als ich den Vorschlag las. Aber dann hat es mir eingeleuchtet. Den Fahrstil des anderen kann ich nicht beeinflussen. Also lohnt sich die ganze Aufregung nicht.
Aber den anderen in Gottes Hand und in seinen Segen empfehlen, das ist hilfreich.
Darauf vertraue ich.