hr4 ÜBRIGENS
hr4
Meyer, Andreas

Eine Sendung von
Andreas Meyer,
Katholischer Klinikseelsorger im Ruhestand, Steinhausen

00:00
00:00
Ein Koch richtet einen Teller mit Spaghetti und Tomatensauce an. Neben dem Teller befinden sich frische Zutaten wie Tomaten, Gemüse und verschiedene Pasta-Sorten. Im Hintergrund steht ein Topf auf dem Herd.

Gott zwischen den Töpfen - Teresa von Avila

„Gott ist auch zwischen den Töpfen.“ Ein Satz, der mit einem Augenzwinkern gesprochen ist und in dem für mich ein feiner Humor steckt. Dieser Satz stammt von Teresa von Avila. Das verwundert auf den ersten Blick. Denn Teresa war eine spanische Nonne, die im 16. Jahrhundert gelebt hat. Mit 20 Jahren trat sie in das Kloster der Karmelitinnen in ihrer Heimatstadt Avila ein.

Teresa von Avila: Wie überwand sie ihre Krise?

Dort wurde sie schwer krank und fast wäre sie gestorben. Zudem stürzte sie in eine tiefe religiöse Krise. Erst langsam erholte sie sich.
Der Wunsch, sich ganz auf Gott und seine Führung einzulassen, wurde ihr innerer Antrieb. Im stillen Gebet hat sie die Liebe Gottes gespürt. Das hat sie aus engen religiösen Vorstellungen befreit und sie hat ganz neu gespürt: Gott ist in mir und meinem Leben gegenwärtig. Diese Erfahrung war für die so bewegend, dass sie von einem neuen Leben sprach.

Freundschaft mit Gott: Was war Teresas Reform?

Für Teresa wurde die Freundschaft mit Gott zum zentralen Thema. Das gemeinsame und persönliche Gebet sollte diese Freundschaft vertiefen. Damit dies gelingen konnte, wollte sie zum ursprünglichen Ideal des Ordens der Karmelitinnen zurückfinden. Sie gründete ein eigenes Kloster. Die Gemeinschaft sollte klein und übersichtlich bleiben, höchsten 21 Schwestern. So konnte ein geschwisterlicher Lebensstil und die Einübung in die Freundschaft mit Gott nach ihrem Verständnis möglich sein. Damals war es üblich, streng zu sein: harte Buße und strenges Fasten gehörten zum Alltag. Teresa aber setzte auf Sanftmut. Sie war überzeugt: Gott findet man in den kleinen Dingen des Alltags.

Was bedeutet der Satz im Klosteralltag?

Bei aller Ernsthaftigkeit des Lebens im Kloster prägte Leichtigkeit das Leben der Schwestern. Man hört sie in diesem Satz: „Gott ist auch zwischen den Töpfen."