hr4 ÜBRIGENS
hr4
Fröhlich, Johanna

Eine Sendung von
Johanna Fröhlich,
Evangelische Pfarrerin, Gießen

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Im Spielzeughimmel

Ich war mal wieder in einem Lieblingsladen: ein großes Spielzeuggeschäft, das ich seit meiner Kindheit kenne. Auch jetzt, längst erwachsen, bestaune ich noch die faszinierende Spielzeugwelt.

Was weckt unsere Sehnsucht nach früher?

Ich suche nach Puzzeln. Obwohl ich weiß, wo sie stehen, schlendere ich durch die Regale. Ich schau mir Kartenspiele an, die Plüschtiere mit den großen Augen, die neuesten Brettspiele. Vieles erinnert mich an früher und weckt den Wunsch, wieder ein bisschen Kind zu sein.

Staunen wie ein Kind

Im Laden sehe ich ein kleines Mädchen mit ihrer Mutter. Sie staunt und zeigt auf alles, was sie entdeckt. Dann sagt sie: „Mama, lass uns noch eins höher gehen, da sind noch schönere Sachen.“ Sie kennt den Laden wohl und ahnt: Da gibt es noch mehr.

Kindliche Neugier, die ansteckt

Ich lasse mich von ihrer Neugier anstecken und gehe auch auf die zweite Ebene. Wieder höre ich das Mädchen: „Mama, können wir noch eins höher gehen?“ Ich muss schmunzeln. Der Laden hat nur zwei Etagen. Für sie wirkt er wohl unendlich groß.

Grenzen im Erwachsenenleben

In meinem Erwachsenenleben stoße ich oft an Grenzen. Dann merke ich: Weiter geht’s nicht. Und manchmal wünsche ich mir dann diesen Kinderglauben: Da muss doch noch mehr sein. In meinem Glauben an Gott erlebe ich genau das: Hoffnung auf mehr, auf eine „nächste Ebene“, auf Unvorstellbares, das größer ist als das, was ich jetzt sehe.

Wie bewahren wir den kindlichen Blick?

Das Mädchen erinnert mich daran: an ein Leben voller Möglichkeiten, eine dritte Etage voller Wunder. Jesus sagt: „Werdet wie die Kinder, dann werdet ihr ins Himmelreich kommen.“ Das wünsche ich mir: den kindlichen Blick - offen für mehr, als ich gerade sehe. Der Spielzeugladen hat Grenzen, vieles im Leben auch. Aber dieses Gefühl bleibt: Es gibt noch mehr zu entdecken. Und so finde ich bei meinem Bummel nicht nur ein Puzzle, sondern auch Neugier und Hoffnung auf mehr.