hr1 ZUSPRUCH
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Arnold-Rammé, Pia

Eine Sendung von
Pia Arnold-Rammé,
katholische Pastoralreferentin im Ruhestand, Frankfurt

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Eine Taschenuhr im Sand

Der Weg ist das Ziel?

Ich erinnere mich noch an Fahrten in den Urlaub in meiner Kindheit. Wir Kinder wollten möglichst schon nach einer halben Stunde eine Pause einlegen. Wenn es nach meinem Vater gegangen wäre, hätten wir ohne Zwischenstopp zum Urlaubsort durchbrausen können. 

Verlangsamung

Erst als ich selbst Kinder hatte, konnte ich ihn verstehen. Auch meine Kinder wollten öfter eine Pause einlegen, als mir lieb war. Und unser Hund musste auch immer mal bewegt werden. Kinder und Hunde zwingen uns also zur Verlangsamung. Das kann nerven, und mich hat es das auch. Aber eigentlich ist das ja auch ganz gut so.

Warum immer so schnell?

Woher kommt eigentlich dieser Wunsch, möglichst schnell da zu sein? Klar, eine lange Anreise zum Urlaubsort kann richtig nervig sein. Aber manchmal liegt es halt auch an meiner Einstellung. „Der Weg ist das Ziel“ - eigentlich mag ich diese Weisheit aus Asien nicht so. 

Denn im Urlaub will ich ja in meist in einem Feriendomizil ankommen und nicht nur unterwegs sein. Aber die Einstellung dahinter hilft mir weiter auf meiner Urlaubsreise: Ich kann schon das Unterwegs-Sein als Teil des Urlaubs sehen und versuchen, es zu genießen. Wozu die Hektik? Kommt es wirklich auf zwei Stunden an? 

Abstand vom Alltag bewusst genießen

Und so ein Weg von zuhause zum Urlaubsort bringt ja auch Abstand zum Alltag. Oft ist es ja schwer genug, runterzukommen. Und das vor allem dann, wenn ich im Job viel Stress hatte. Und so kann ich die Reise auch nutzen, um loszulassen, mich auf meinen Urlaub einzustimmen. Natürlich ist das nicht einfach, wenn meine Kinder nerven oder ich im Stau stehe. 

Aber oft liegt es ja trotzdem an meiner Einstellung, an meiner Haltung zu der Situation. Ich will es zumindest bei meiner nächsten Reise versuchen: das Unterwegs-Sein genießen statt es als lästige Hin- oder Rückfahrt anzusehen, Pausen bewusst gestalten und keinen Stress aufkommen lassen. Der Weg ist das Ziel. Vielleicht hilft mir dieser Grundsatz ja dabei.