Pilgern beginnt in Dir
Meine Freundin und ich planen im Spätsommer ein gemeinsames Wochenende. Da wollen wir etwas machen, das uns guttut! Wir wissen aber noch nicht was. Wir befinden uns noch in der Planungsphase. Vielleicht wandern, Wellness oder ganz was anderes.
Der Heilige Jakobus und der Jakobsweg
Pilgern liegt total im Trend! Aber wenn ich ehrlich bin, war ich noch nie richtig pilgern. Und schon gar nicht auf dem berühmten Jakobsweg.
Heute ist der Namenstag des Heiligen Jakobus. Nach ihm ist der berühmte Pilgerweg, der Jakobsweg, benannt; spanisch „Camino de Santiago“. Was ich spannend finde: Genau genommen umfasst der Jakobsweg mehrere Pilgerwege, etwa 50 Stück in ganz Europa. Sie alle haben ein Ziel: Das Grab des Heiligen Jakobus in der Kathedrale von Santiago de Compostella.
Im Jahr 2025 pilgerten mehr als eine halbe Million Menschen aus der ganzen Welt auf dem Jakobsweg. Immer mit dabei: Die Jakobsmuschel. Sie ist das wichtigste Erkennungszeichen für Pilger auf dem Jakobsweg und baumelt meistens am Rucksack.
Warum so viele Menschen den Jakobsweg gehen, hat viele verschiedene Gründe. Wahrscheinlich so viele Gründe wie es Pilgernde gibt. Manche machen sich auf den Weg, weil sie eine Pause brauchen; andere, weil sie Antworten suchen; wieder andere, weil sie spüren, dass es in ihrem Leben eine Veränderung braucht.
Was heißt eigentlich “Pilgern”?
Das Wort „Pilgern“ stammt vom lateinischen Wort „peregrinari“ ab. Es bedeutet übersetzt: „in der Fremde sein“. Pilgern ist nichts Neues! Schon seit Jahrtausenden sind Menschen aus den unterschiedlichen Religionen in der Fremde unterwegs, um einen heiligen Ort zu erreichen.
An solchen besonderen Orten war ich auch schon. Aber eben noch nie im Rahmen einer richtigen Pilgertour. Dabei stelle ich mir Pilgern richtig romantisch vor: Mehrere Tage zu Fuß unterwegs sein, auf tollen Pfaden, mit wenig Gepäck, mal in Stille laufen, mal mit anderen Pilgern ins Gespräch kommen, und nachts in heimeligen Unterkünften übernachten.
Wie ist es auf dem Jakobsweg zu pilgern?
Aber ich frage mich: Wie ist es wirklich auf dem Jakobsweg zu pilgern? Ist man danach ein anderer Mensch? Welche besonderen Erfahrungen macht man auf dem Jakobsweg? Hilft einem das Pilgern Lebensentscheidungen zu treffen? Ist man beim Pilgern Gott näher? Ich glaube ich sollte es endlich mal ausprobieren.
Ich habe eine Homepage mit Erfahrungen und Gedanken von Pilgern gefunden: „Der Camino ist nicht die Lösung. Er ist der Ruf, der dir erlaubt, dich auf die Lösung zuzubewegen.“
Pilgern beginne nicht am ersten Wegpfeiler, sondern in jeder Person selbst! Und weiter: „Bevor du deine Schuhe schnürst, beginnt etwas in dir, das sich wie eine leise Sehnsucht anfühlt.“
Ich glaube so ist es auch bei mir: Ich bin innerlich längst losgelaufen. Jetzt fehlen nur noch Rucksack, Wanderschuhe und die Muschel.
Vielleicht wäre Pilgern was für unser gemeinsames Mädels-Wochenende!